Überlebenswissen
Überlebenswissen: Knoten, Funk, Orientierung und mehr
98 Themen, die du hoffentlich nie brauchst: Notsignale, Funk, Knoten, Wasser aufbereiten, Haltbarmachen und ruhig bleiben unter Druck.
Notsignale

Morsealphabet
Kurz und lang reichen, um mit Licht, Ton oder Klopfen eine Nachricht zu senden.

Buchstabieren: NATO-Alphabet und DIN 5009
Mit festen Codewörtern kommen Namen und Adressen auch bei Rauschen richtig an.

SOS mit Licht, Ton und Pfeife
Drei kurz, drei lang, drei kurz: das bekannteste Notzeichen geht mit fast allem, was blinkt oder tönt.

Alpines Notsignal
Sechs Zeichen pro Minute rufen um Hilfe, drei Zeichen pro Minute antworten.

Zeichen für Hubschrauber und Flugzeuge
Mit großen Bodenzeichen und deiner Körperhaltung zeigst du Rettern aus der Luft, was du brauchst.

Signalspiegel und Rettungsdecke
Ein Lichtblitz aus einem Spiegel ist bei Sonne weithin zu sehen, ganz ohne Strom und Akku.

Sirenensignale kurz erklärt
Auf- und abschwellender Ton heißt Gefahr, gleichbleibender Ton heißt Entwarnung.
Funk

CB-Funk
Jedermannfunk auf 27 MHz: anmeldefrei und mit Reichweiten von wenigen bis zu Dutzenden Kilometern.

PMR446-Funkgeräte
Kleine Handfunkgeräte ohne Anmeldung, gut für Familie und Nachbarschaft auf kurze Distanz.

Freenet auf 149 MHz
Deutscher Jedermannfunk mit bis zu 1 Watt, nur mit Handgeräten und nur im Inland erlaubt.

Amateurfunk und Notfunk
Funkamateure bauen bei großen Ausfällen eigene Netze auf. Senden darfst du nur mit Prüfung und Rufzeichen.

Sprechfunk: Regeln und Betriebsworte
Kurz, klar, nacheinander: mit ein paar festen Wörtern klappt Funk auch unter Stress.

Radio im Ernstfall
Wenn Handy und Internet ausfallen, senden Radiosender weiter. Ein Gerät ohne Steckdose gehört in jeden Vorrat.
Knoten

Palstek
Die feste Schlinge am Seilende: hält unter Last und lässt sich danach leicht wieder lösen.

Achterknoten
Hält das Seilende in Öse oder Rolle fest und wird in der Bucht geknüpft zur sicheren Schlinge.

Kreuzknoten
Gut zum Bündeln und für das Dreieckstuch, ungeeignet zum Verbinden von Seilen unter Last.

Mastwurf (Webeleinstek)
Zwei gleiche Schläge um Pfahl oder Stange: schnell gelegt, gut zum Festmachen und Nachstellen.

Schotstek
Verbindet zwei Seile, auch wenn eins dicker ist als das andere.

Spierenstich
Zwei Seile mit zwei Überhandknoten verbinden, auch wenn sie glatt, nass oder schmutzig sind.

Zimmermannsstek
Greift einen Stamm oder Balken, solange Zug drauf ist, und fällt danach fast von selbst auf.

Spannknoten (Fuhrmannsknoten)
Eine Seil-Umlenkung wie ein Flaschenzug: so spannst du Planen, Leinen und Ladung straff.

Rundtörn mit zwei halben Schlägen
Hält an Ring, Pfahl oder Ast zuverlässig und lässt sich sogar unter Last binden und lösen.

Prusikknoten
Eine Schnurschlinge, die am Seil klemmt, wenn Last drauf ist, und sich ohne Last verschieben lässt.
Orientierung

Himmelsrichtung mit Sonne, Uhr und Schatten
Eine Zeigeruhr oder ein Stock im Sonnenlicht zeigen dir die Richtung, ganz ohne GPS.

Norden finden mit dem Polarstern
Nachts zeigt der Polarstern fast genau nach Norden. Der Große Wagen führt dich hin.

Karte und Kompass
Eine Papierkarte braucht keinen Akku. Mit einem Kompass richtest du sie in Sekunden nach dem Gelände aus.

Offline-Karten aufs Handy
Lade Karten vorher herunter, dann navigierst du auch dort, wo kein Netz ist.
Feuer

Feuer im Freien: was erlaubt ist
Im Wald und nahe am Wald ist offenes Feuer streng geregelt. Bei Trockenheit gilt das erst recht.

Feuer sicher entfachen
Zunder, Anzündholz und Brennholz in dieser Reihenfolge: so brennt ein Feuer zuverlässig an.

Feuer richtig löschen
Ertränken, umrühren, fühlen: erst wenn die Asche kalt ist, darfst du gehen.
Wasser finden und aufbereiten

Wasser finden und sammeln
Regen, Quellen und Bäche helfen, wenn das Leitungswasser fehlt. Aufbereiten musst du es fast immer.

Wasser abkochen
Bachwasser mindestens 1 Minute sprudelnd kochen, Leitungswasser beim Abkochgebot einmal aufkochen.

Filter, Chlor und Silber
Ohne Kocher helfen Filter und Chlor. Silber hält Wasser frisch, macht Rohwasser aber nicht sicher.

Wasser aus Bach und See: was erlaubt ist
Schöpfen mit dem Eimer ist meist erlaubt, Pumpen nicht. Trinken nur nach dem Abkochen.

Gartenbrunnen: erst anzeigen, dann bohren
Eine Bohrung bis ins Grundwasser zeigst du vorher an. Als Trinkwasser braucht Brunnenwasser Prüfungen.

Notbrunnen: Wasser ohne Leitung
In Deutschland gibt es über 5.200 Notbrunnen, vor allem in Großstädten. Frag deine Gemeinde nach dem nächsten.
Nahrung aus der Natur

Wildpflanzen: die goldenen Regeln
Nur essen, was du sicher kennst. Verwechslungen mit Giftpflanzen können tödlich enden.

Brennnessel, Löwenzahn, Giersch, Spitzwegerich
Vier bekannte Wildkräuter mit klaren Merkmalen, die sich vielseitig in der Küche nutzen lassen.

Bärlauch und seine giftigen Doppelgänger
Bärlauch sieht Maiglöckchen und Herbstzeitlose zum Verwechseln ähnlich. Ein Fehler kann tödlich sein.

Brombeere und Hagebutte
Zwei leicht erkennbare Wildfrüchte: Brombeeren im Spätsommer, Hagebutten bis in den Winter.

Eicheln und Bucheckern
Beide sind nahrhaft, aber roh nicht bekömmlich: Eicheln brauchen Wasser, Bucheckern Hitze.

Pilze: nur mit Fachwissen
Viele Speisepilze haben giftige Doppelgänger. Iss nur, was du sicher kennst, und lass Funde prüfen.

Angeln: Recht und Grundlagen
Angeln ohne Erlaubnis ist Fischwilderei. Wer im Ernstfall fischen will, muss die Regeln seines Landes kennen.

Jagd: Recht, Grenzen, Wildbret
Jagen darf nur, wer Jagdschein und Jagdrecht hat. Alles andere ist Wilderei und eine Straftat.

Insekten als Eiweißquelle
In der EU sind einige Insekten als Lebensmittel zugelassen. Allergiker sollten vorsichtig sein.

Survival-Mythen über Pflanzen
Was US-Survivalbücher über essbare Bäume und Hausmittel schreiben, ist bei uns oft gefährlich.

Sammeln: Rinde und Baumsaft sind tabu
Beeren, Kräuter und Nüsse darfst du in kleinen Mengen pflücken. Bäume anbohren oder schälen nicht.

Echte Kamille: Hausmittel mit Grenzen
Die EMA beschreibt Kamille als traditionelles Mittel bei leichten Magen-Darm-Beschwerden und Erkältung.

Spitzwegerich: Hausmittel vom Wegrand
Spitzwegerich wird traditionell bei Reizhusten und gereiztem Hals genutzt, ist aber kein Wundermittel.

Lindenblüten: Tee bei Erkältung
Lindenblütentee ist ein traditionelles Mittel, um Erkältungsbeschwerden zu lindern, ab vier Jahren.
Anbau

Schnelle Ernte auf Fensterbank und Balkon
Kresse in gut einer Woche, Radieschen in wenigen Wochen: frisches Grün wächst auch ohne Garten.

Keimsprossen sicher ziehen
Sprossen sind schnell gezogen, aber leicht verderblich. Hygiene ist das oberste Gebot.

Kartoffeln, Bohnen und Saatgut
Kartoffeln und Bohnen machen satt. Beide haben Regeln, die du kennen solltest.

Kompost: Dünger aus Küche und Garten
Aus Gemüseresten, Laub und Rasenschnitt wird in sechs bis zwölf Monaten fruchtbare Erde.

Mulchen: Boden bedecken, Wasser sparen
Eine dünne Decke aus Rasenschnitt oder Laub hält den Boden feucht und das Unkraut klein.

Gründüngung: Beete nie nackt lassen
Phacelia, Senf oder Klee auf freien Beeten schützen den Boden und bereiten die nächste Ernte vor.

Fruchtfolge: jedes Jahr ein neues Beet
Wer Pflanzenfamilien wandern lässt, hat weniger Krankheiten und Schädlinge im Gemüsebeet.

Gießen: selten, aber durchdringend
Zehn bis zwanzig Liter je Quadratmeter erreichen die Wurzeln, ein täglicher Spritzer nicht.

Kartoffeln anbauen: viel Ertrag je Beet
Auf zehn Quadratmetern wachsen etwa 30 bis 40 Kilo Kartoffeln aus rund 3 Kilo Pflanzgut.

Vorratsgarten: was lange satt macht
Kartoffeln, Trockenbohnen, Winterkürbis und Zwiebeln liefern viel und lassen sich ohne Strom lagern.

Saatgut: wie lange es keimt
Je nach Art keimt gut gelagertes Saatgut ein bis sechs Jahre. Eine Keimprobe zeigt, ob es noch taugt.

Topinambur: Knolle für den Winter
Die Sonnenblumen-Verwandte liefert von Oktober bis März Knollen, gehört aber nicht ans Ufer.

Erdmandel: nicht in den Garten holen
Das Erdmandelgras ist ein gefürchtetes Unkraut. Wer es einmal im Boden hat, wird es kaum wieder los.

Salbei: Gurgeln bei Halskratzen
Salbeiblätter werden traditionell bei Entzündungen in Mund und Rachen genutzt. Nicht für Kinder.

Pfefferminze: Tee für den Bauch
Pfefferminzblätter gelten traditionell als Hilfe bei Verdauungsbeschwerden. Nicht für Kinder unter vier.

Thymian: bei verschleimtem Husten
Thymiankraut gilt traditionell als Hilfe bei Husten mit Schleim im Rahmen einer Erkältung.
Haltbar machen

Einkochen ohne Botulismus
Obst und Marmelade gelingen im Wasserbad. Bohnen, Fleisch und Fisch brauchen mehr als 100 °C.

Dörren und Trocknen
Wasser raus, Haltbarkeit rein: getrocknetes Obst, Gemüse und Kräuter halten bis zu einem Jahr.

Milchsauer fermentieren
Salz, Gemüse und ein Glas: Milchsäurebakterien machen Kraut und Gurken monatelang haltbar.

Einsalzen, Räuchern, Einlegen in Öl
Alte Methoden für Fleisch und Fisch halten Wochen bis Monate, verlangen aber Sorgfalt.

Richtig lagern: MHD und Verbrauchsdatum
Das MHD ist kein Wegwerfdatum, das Verbrauchsdatum schon. Der Lagerort entscheidet über die Haltbarkeit.

Motten, Käfer, Milben: Vorrat schützen
Dichte Gläser, kühle und trockene Lagerung und ein regelmäßiger Blick in den Vorrat halten Schädlinge fern.

Einfrieren und Blanchieren
Bei minus 18 °C hält rohes Gemüse bis zu einem Jahr. Kurz blanchiert bleiben Farbe und Vitamine erhalten.

Äpfel lagern: weg vom Gemüse
Gute Lagersorten halten im kühlen Keller drei bis fünf Monate, wenn sie für sich liegen.

Erdmiete: Gemüse im Garten lagern
In einer mit Draht und Sand ausgelegten Grube überwintern Möhren, Sellerie und Kohl ohne Strom.

Kürbis lagern: monatelang im Regal
Reife Winterkürbisse halten kühl und trocken bis zu zehn Monate. Bittere Kürbisse sind giftig.
Unterkunft und Wärme

Wärme halten, wenn die Heizung ausfällt
Ein warmer Raum, mehrere Kleidungsschichten und frische Luft bringen dich sicher durch kalte Tage.

Notunterkunft im Freien
Musst du draußen übernachten, zählt vor allem eins: so wenig Wärme verlieren wie möglich.

Rettungsdecke richtig nutzen
Silber oder Gold nach innen? Fast egal. Entscheidend ist, wie eng und wo du die Folie trägst.

Bunker im Garten: was in Deutschland gilt
Ein eigener Bunker ist ein Großprojekt mit Bauamt und Fachplanung. Ein guter Kellerraum schützt oft viel.
Wetter

Wetterzeichen lesen
Quellwolken, Amboss und fallender Luftdruck kündigen Wetterwechsel an.

Gewitter: Abstand zählen, richtig verhalten
Sekunden zwischen Blitz und Donner geteilt durch drei ergibt die Entfernung in Kilometern.

Warnstufen des DWD
Gelb, Orange, Rot, Violett: vier Stufen sagen dir, wie gefährlich das kommende Wetter wird.
Reparieren

Haupthahn und Sicherungskasten
Wer Haupthahn und Sicherungskasten kennt, stoppt einen Wasserschaden schnell und schützt sich vor Strom.

Gasgeruch: richtig handeln
Riecht es nach Gas: keine Funken, Fenster auf, Gas zu wenn gefahrlos, raus und von draußen anrufen.

Fenster und Türen abdichten
Treten draußen Gase aus, schützt dich ein dichter Raum: Fenster zu, Lüftung aus, Ritzen abkleben.

Panzertape, Kabelbinder, Zange
Ein paar einfache Dinge machen dich handlungsfähig: abdichten, sichern, absperren.

Fahrrad fahrbereit: Platten flicken
Ohne Sprit und Bahn bringt dich das Rad weiter. Einen Platten flickst du mit Flickzeug und Reifenhebern.
Kopf und Nerven

Taktisches Atmen gegen Stress
Box-Atmung und langes Ausatmen nutzen Militär und Einsatzkräfte gegen Stress. Wenige Atemzüge helfen schon.

Was Stress mit dem Körper macht
Herzrasen, Zittern, Tunnelblick: So schaltet der Körper bei Gefahr auf Alarm. Das ist normal und geht vorbei.

Erstarren und Abwarten verstehen
Bei Gefahr prüfen die meisten erst, ob es wirklich ernst ist. Vorab-Entscheidungen und Üben sparen diese Zeit.

Die STOP-Regel: erst denken, dann handeln
Verirrt, verunglückt, überrumpelt? Wenn keine Sekunde zählt: stoppen, denken, beobachten, planen.

Gut entscheiden unter Druck
Stress macht das Denken eng. Einfache Regeln, Wenn-dann-Pläne und Checklisten nehmen dir Arbeit ab.

Abläufe im Kopf durchspielen
Soldaten spielen schwere Aufgaben vorher im Kopf durch. Das geht auch mit Fluchtweg, Notruf und Feuerlöscher.

Erden mit 5-4-3-2-1
Bei Panik oder Grübeln holen dich die fünf Sinne zurück ins Hier und Jetzt. Das klappt auch mit Kindern.

Psychologie des Überlebens
Was Menschen in Extremlagen durchhalten lässt: Wille, realistische Zuversicht, Routinen und andere Menschen.

Nach einem belastenden Ereignis
Unruhe, Schlafprobleme und Bilder im Kopf sind danach normal und lassen meist nach. Und wann Hilfe guttut.

Anderen in Panik beistehen
Ruhig ansprechen, mitatmen, eine kleine Aufgabe geben: So hilfst du jemandem, der vor Angst nicht weiterweiß.