
Krisen-Ratgeber · Alltag und Versorgung
Versorgungsengpass: Was tun und wie vorsorgen?
Versorgungsengpass, kurz gesagt: Wenn Lebensmittel, Medikamente oder Sprit knapp werden, zählt vor allem das:
- Vorrat Schritt für Schritt. Kauf bei jedem Einkauf ein oder zwei haltbare Dinge mehr. So wächst dein Vorrat ohne große Ausgabe und ohne Gedränge. Ziel sind 10 Tage, 3 Tage helfen schon viel.
- Medikamente rechtzeitig holen. Wer dauerhaft Medikamente braucht, hält einen Vorrat für mindestens 10 Tage. Kläre mit Praxis und Apotheke, was möglich ist, und hol Rezepte rechtzeitig. Älteste Packung zuerst verbrauchen.
- Kauf nur, was du brauchst. Hamsterkäufe sind unnötig und schaden. Kauf in üblichen Mengen ein und nach und nach, dann bekommen alle, was sie brauchen, auch Ältere und Kranke.
- Medikament knapp?. Ändere Dosis oder Einnahme nicht auf eigene Faust. Sprich früh mit Apotheke und Praxis, solange du noch Tabletten hast.
Im Ernstfall
Was tun bei einem Versorgungsengpass? Die ersten Schritte
Ruf bei Gefahr für Leib und Leben die 112. Folge immer den Anweisungen von Behörden und Einsatzkräften.
Zu Hause
- Verschaff dir einen ÜberblickWie viel Wasser, Essen, Medikamente und Bargeld sind noch da? Schreib es auf. [1]
- Iss zuerst das FrischeErst Kühlschrank, dann Gefrierfach, dann Vorratsregal. [12] [4]
- Trink, so viel du brauchstTrinkwasser nicht rationieren. Spar beim Spülen und Waschen. [8]
- Kauf in üblichen MengenHamstern schadet anderen. Kauf, was du für die nächsten Tage brauchst. [3] [7]
- Kläre Medikamente frühReicht dein Vorrat nicht lange, sprich mit Praxis und Apotheke. Ändere nichts auf eigene Faust. [5] [1]
- Hilf Nachbarn mit BedarfFrag Ältere und Kranke, was ihnen fehlt, und kauft gemeinsam ein. [1] [9]
- Prüf Nachrichten vor dem TeilenGerüchte über leere Lager verunsichern. Verlass dich auf Behörden und Radio. [1]
Unterwegs
- Fahr nur, wenn es nötig istSpar Sprit, bildet Fahrgemeinschaften oder nimm das Rad. [9]
- Halte Bargeld bereitKleine Scheine helfen, wenn Kartenzahlung ausfällt. [11] [6]
- Nimm Wasser und Medikamente mitFür den Tag: Trinkflasche, Snack und deine Medikamente. [1]
- Plane den Rückweg mitFahr nur so weit, dass der Tank auch für den Rückweg reicht. [9] [11]
Woran erkennst du einen Versorgungsengpass?
Leere Regale sind oft kurzfristig
Leere Regale entstehen oft, wenn viele gleichzeitig viel kaufen. 2020 betonte die Bundesregierung: Die Versorgung ist gesichert, die Regale werden wieder aufgefüllt. [3]
Lieferketten können reißen
Cyberangriffe, Stromausfälle oder Extremwetter können Bestellungen und Lieferungen stören. Dann fehlen einzelne Waren im Laden, Behandlungen werden schwieriger. [1]
Tankstellen hängen am Strom
Zapfsäulen brauchen Strom. Bei einem großen Ausfall fallen fast alle Tankstellen aus, an den Rändern des Gebiets wird es voll. Ein voller Tank verschafft dir Spielraum. [10] [9]
Staatliche Reserven als Brücke
Der Bund lagert Getreide, Reis, Erbsen, Linsen und Kondensmilch. Diese Reserven sollen Engpässe überbrücken und zumindest eine tägliche Mahlzeit sichern. Deinen Vorrat ersetzen sie nicht. [2]
Gerüchte verbreiten sich schnell
Meldungen über leere Lager oder Sperren verunsichern. Verlass dich auf Behörden, Radio und seriöse Medien und prüf Nachrichten, bevor du sie teilst. [1]
Wie bereitest du dich auf einen Versorgungsengpass vor?
Vorrat Schritt für Schritt
Zu Hause
Kauf bei jedem Einkauf ein oder zwei haltbare Dinge mehr. So wächst dein Vorrat ohne große Ausgabe und ohne Gedränge. Ziel sind 10 Tage, 3 Tage helfen schon viel. [4] [1]
So sehen 10 Tage Vorrat aus
Zu Hause
Beispiel der BLE für eine Person und 10 Tage bei Mischkost: [2]
- 20 Liter Getränke
- 3,3 kg Getreideprodukte, Brot und Kartoffeln
- 4 kg Gemüse und Pilze, 2,5 kg Obst
- 2,5 kg Milch und Milchprodukte
- 1,2 kg Eier, Fleisch, Wurst und Fisch
- 330 g Fette und Öle
Essen, das ihr wirklich esst
Zu Hause
Wähle haltbare Lebensmittel, die ihr mögt, die ohne Kühlung halten und wenig Energie zum Kochen brauchen. Denk an Allergien, Babynahrung und Tierfutter. Verbrauch Älteres zuerst und kauf nach. [1] [4]
Medikamente rechtzeitig holen
Zu Hause
Wer dauerhaft Medikamente braucht, hält einen Vorrat für mindestens 10 Tage. Kläre mit Praxis und Apotheke, was möglich ist, und hol Rezepte rechtzeitig. Älteste Packung zuerst verbrauchen. [1] [9] [5]
Hausapotheke prüfen
Zu Hause
Für kleine Notfälle, wenn Praxen und Apotheken schwer erreichbar sind: [1]
- Persönliche Medikamente
- Schmerz- und Fiebermittel, Fieberthermometer
- Mittel gegen Durchfall, Elektrolyte
- Verbandsmaterial und Wunddesinfektion
- Einmalhandschuhe
Bargeld und ein zweiter Zahlweg
Zu Hause
Halte Bargeld in kleinen Scheinen für einige Tage bereit. Schweden rät zusätzlich zu Karten verschiedener Anbieter und zu Konten bei mehr als einer Bank. [6] [11] [1]
Tank regelmäßig nachfüllen
Unterwegs
Lass den Tank nie fast leer werden. Nach Berlin 2026 raten Fachleute, regelmäßig nachzutanken und in der Krise nur nötige Fahrten zu machen. Ein Fahrrad ist ein guter Plan B. [9] [11]
Sprit lagern: wenig und sicher
Zu Hause
Kraftstoff ist leicht entzündlich und gehört nie in die Wohnung. Im Keller sind höchstens 10 kg Benzin oder 20 kg Diesel in geeigneten Kanistern erlaubt, Gas darf dort gar nicht lagern. [13] [15]
Lieferdienst? Trotzdem Vorrat
Zu Hause
Wer sonst alles liefern lässt, trifft ein Engpass besonders. Leg dir auch dann einen kleinen Vorrat an und kläre, wer aus Familie oder Nachbarschaft für dich einkaufen kann. [9]
Mit Nachbarn zusammentun
Zu Hause
Große Packungen sind oft günstiger. Teil sie mit Nachbarn und sprich ab, wer im Engpass was beitragen kann. Nachbarschaftshilfe ist Teil der Vorsorge. [4] [9]
Wie verhältst du dich bei einem Versorgungsengpass?
Kauf nur, was du brauchst
Zu Hause · Unterwegs
Hamsterkäufe sind unnötig und schaden. Kauf in üblichen Mengen ein und nach und nach, dann bekommen alle, was sie brauchen, auch Ältere und Kranke. [3] [7]
Zuerst das Frische essen
Zu Hause
Plan eure Mahlzeiten: zuerst Frisches aus dem Kühlschrank, dann Tiefgekühltes, danach den haltbaren Vorrat. So verdirbt nichts und der Vorrat reicht länger. [12] [4]
Überblick statt Bauchgefühl
Zu Hause
Schreib auf, was noch da ist, und plane Mahlzeiten für die nächsten Tage. Die BLE-Tabelle zeigt, was eine Person in 10 Tagen ungefähr braucht. Beim Trinkwasser gilt: nicht rationieren. [2] [8]
Energie beim Kochen sparen
Zu Hause
Koch Eintöpfe in einem Topf und nimm Zutaten mit kurzer Garzeit wie Haferflocken, Couscous, Bulgur oder geschälte Linsen. So hält dein Brennstoff länger. [12] [1]
Medikament knapp?
Zu Hause
Ändere Dosis oder Einnahme nicht auf eigene Faust. Sprich früh mit Apotheke und Praxis, solange du noch Tabletten hast. [5] [1]
Bargeld klein halten
Fallen Kassen oder Kartenzahlung aus, hilft Bargeld in kleinen Scheinen. So kommst du auch in kleinen Läden und bei Direktvermarktern weiter. [11] [14] [6]
Teilen statt horten
Zu Hause
Frag ältere oder kranke Nachbarn, ob ihnen etwas fehlt. Ein gemeinsamer Einkauf spart Wege und Sprit. Gegenseitige Hilfe gibt allen das Gefühl, etwas tun zu können. [1] [4]
Nur nötige Fahrten
Unterwegs
Wird Sprit knapp, fahr nur, was wirklich sein muss. Bildet Fahrgemeinschaften, nehmt Rad oder Bahn. Plane Wege so, dass der Tank für die Rückfahrt reicht. [9] [11]
Unterwegs versorgt bleiben
Unterwegs
Nimm bei längeren Wegen Trinkflasche, einen haltbaren Snack und deine Medikamente für den Tag mit. Geschäfte können geschlossen oder leer sein. [1]
Was ist nach einem Versorgungsengpass wichtig?
Vorrat langsam auffüllen
Sind die Läden wieder voll, füll deinen Vorrat Stück für Stück auf, nicht alles an einem Tag. So entsteht kein neuer Engpass. [4] [7]
Was ging zuerst aus?
Notier, was euch zuerst fehlte: Wasser, Kaffee, Babynahrung, Tierfutter oder Medikamente. Genau davon gehört künftig etwas mehr in den Vorrat. [1]
Medikamentenvorrat erneuern
Hol rechtzeitig neue Rezepte und bau den Vorrat für mindestens 10 Tage wieder auf. Ältere Packungen zuerst verbrauchen. [1] [5]
Daten im Vorrat prüfen
Sieh nach, was im Engpass liegen geblieben ist. Verbrauch Lebensmittel mit nahem Datum zuerst und ersetze, was zu alt ist. [4] [1]
Kontakte weiter pflegen
Die Kontakte aus der Krise sind wertvoll. Bleib in Verbindung, schreib eure Nummern auf Papier und plan die Vorsorge gemeinsam. [9] [1]
Irrtümer über Versorgungsengpass
Wer zuerst viel kauft, ist auf der sicheren Seite.
Hamsterkäufe sind unnötig und schaden anderen. Sicher bist du mit einem Vorrat, den du in ruhigen Zeiten nach und nach anlegst. [3] [4]
Der Staat versorgt im Notfall alle mit allem.
Die staatlichen Reserven sollen Engpässe überbrücken und zumindest eine tägliche Mahlzeit sichern. Für die ersten Tage zählt dein eigener Vorrat. [2] [1]
Bei Knappheit sollte ich Trinkwasser rationieren.
Nur, wenn die Behörden es anordnen. Spar lieber beim Waschen und Spülen. [8]
Checkliste für Versorgungsengpass
- Trinkwasser für 3 Tage2 Liter je Person und Tag, davon 0,5 Liter zum Kochen. Am einfachsten Mineralwasser in Flaschen.
- Brot, Getreide, Kartoffeln: 3 TageKnäckebrot, Zwieback und Haferflocken kann man ohne Kochen essen.
- Gemüse und Hülsenfrüchte: 3 TageKonserven wie Erbsen, Bohnen, Mais oder Rote Bete schmecken auch kalt.
- Fisch, Fleisch, Eier: 3 TageThunfisch, Sardinen, Dauerwurst oder Tofu. Konserven halten ohne Kühlung.
- Vorrat im Alltag nutzen und nachkaufenWas bald abläuft, zuerst verbrauchen und beim nächsten Einkauf ersetzen. Einmal im Jahr alles prüfen.
- Eigene Medikamente für 10 Tage oder mehrMit Arztpraxis und Apotheke absprechen. Schweden rät bei Dauermedikation sogar zu einem Monat.
- Bargeldreserve zu HauseKleine Scheine und Münzen. Ohne Strom gehen weder Kartenzahlung noch Geldautomat.
- Tank immer gut gefülltOhne Strom fallen Zapfsäulen aus. Mit vollem Tank kommst du weg, falls du die Gegend verlassen musst.
- Spezialnahrung bei Allergie oder DiätBraucht jemand glutenfreie, laktosefreie oder Diabetes-Kost? Dann diese Produkte gezielt einplanen.
Mengen für deinen Haushalt: Notvorrat berechnen · Packliste Notfallrucksack
Häufige Fragen zu Versorgungsengpass
Was tun bei einem Versorgungsengpass?
Die ersten Schritte zu Hause: 1. Verschaff dir einen Überblick. 2. Iss zuerst das Frische. 3. Trink, so viel du brauchst. 4. Kauf in üblichen Mengen. Bei Gefahr für Leib und Leben: Notruf 112.
Wie bereitest du dich auf einen Versorgungsengpass vor?
Die wichtigsten Schritte: 1. Vorrat Schritt für Schritt. 2. Medikamente rechtzeitig holen. 3. So sehen 10 Tage Vorrat aus. 4. Essen, das ihr wirklich esst. Kauf bei jedem Einkauf ein oder zwei haltbare Dinge mehr. So wächst dein Vorrat ohne große Ausgabe und ohne Gedränge. Ziel sind 10 Tage, 3 Tage helfen schon viel.
Woran erkennst du einen Versorgungsengpass?
Leere Regale entstehen oft, wenn viele gleichzeitig viel kaufen. 2020 betonte die Bundesregierung: Die Versorgung ist gesichert, die Regale werden wieder aufgefüllt. Cyberangriffe, Stromausfälle oder Extremwetter können Bestellungen und Lieferungen stören. Dann fehlen einzelne Waren im Laden, Behandlungen werden schwieriger.
Was ist nach einem Versorgungsengpass wichtig?
1. Vorrat langsam auffüllen. 2. Was ging zuerst aus? 3. Medikamentenvorrat erneuern. 4. Daten im Vorrat prüfen.
Stimmt es: „Wer zuerst viel kauft, ist auf der sicheren Seite“?
Hamsterkäufe sind unnötig und schaden anderen. Sicher bist du mit einem Vorrat, den du in ruhigen Zeiten nach und nach anlegst.
Stimmt es: „Der Staat versorgt im Notfall alle mit allem“?
Die staatlichen Reserven sollen Engpässe überbrücken und zumindest eine tägliche Mahlzeit sichern. Für die ersten Tage zählt dein eigener Vorrat.
Stimmt es: „Bei Knappheit sollte ich Trinkwasser rationieren“?
Nur, wenn die Behörden es anordnen. Spar lieber beim Waschen und Spülen.
Passende Tipps
Quellen
Inhaltlich geprüft am 16.10.2026. Jede Zahl und jede Handlungsempfehlung stützt sich auf diese Quellen.
- Vorsorgen für Krisen und Katastrophen (Ratgeber mit Checkliste, 2. Auflage, Stand 11/2025), Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), abgerufen 16.10.2026
- Ernährungsvorsorge: Vorratstabelle und staatliche Reserven (Flyer, Stand 11/2025), Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), ernaehrungsvorsorge.de, abgerufen 16.10.2026
- „Die Lebensmittelversorgung in Deutschland ist gesichert“ (17.03.2020), Die Bundesregierung, abgerufen 16.10.2026
- Access to food during a crisis, Swedish Civil Defence and Resilience Agency (MCF, vormals MSB), Schweden, abgerufen 16.10.2026
- One month’s supply of medicines at home, Swedish Civil Defence and Resilience Agency (MCF, vormals MSB), Schweden, abgerufen 16.10.2026
- Payments and cash in times of crisis, Swedish Civil Defence and Resilience Agency (MCF, vormals MSB), Schweden, abgerufen 16.10.2026
- Pandemic, Ready.gov, Federal Emergency Management Agency (FEMA), USA, abgerufen 16.10.2026
- Water, Ready.gov, Federal Emergency Management Agency (FEMA), USA, abgerufen 16.10.2026
- Resilienz in Berlin: Über die Funktionsfähigkeit der kritischen Infrastruktur. Bericht der Expertenkommission (Juni 2026), Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Senatskanzlei, abgerufen 16.10.2026
- Gefährdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften am Beispiel eines großräumigen und lang andauernden Ausfalls der Stromversorgung (Drucksache 17/5672, 2011), Deutscher Bundestag, Büro für Technikfolgen-Abschätzung (TAB), abgerufen 16.10.2026
- Verhalten bei Blackout (Stand 16.02.2026), oesterreich.gv.at, Bundesministerium für Inneres (Österreich), abgerufen 16.10.2026
- Verpflegung bei Stromausfall: Vorräte sichern, Tiefkühlkost retten und ohne Strom kochen (Stand 04.08.2026), Verbraucherzentrale Niedersachsen, abgerufen 16.10.2026
- Stromausfall: Vorsorge und Selbsthilfe (Bürgerinformation, Ausgabe 3, Stand 01/2019), Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), abgerufen 16.10.2026
- Ratgeber Blackout: Was tun, wenn der Strom weg ist?, Niederösterreichischer Zivilschutzverband (Österreich), abgerufen 16.10.2026
- Autarke Notstromversorgung der Bevölkerung (Praxis im Bevölkerungsschutz, Band 19, 2015), Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), abgerufen 16.10.2026