
Krisen-Ratgeber · Schwere Lagen
Anschlag und Amoklage: Was tun und wie vorsorgen?
Anschlag und Amoklage, kurz gesagt: Flüchten, wenn es sicher geht. Sonst verstecken. Dann alarmieren: Polizei 110.
- Flüchten, Verstecken, Alarmieren. Präg dir drei Schritte ein: Flüchten, wenn es einen sicheren Weg gibt. Verstecken, wenn nicht. Alarmieren, sobald du kannst.
- Flüchten, wenn der Weg sicher ist. Verlass den Ort so schnell und sicher wie möglich, weg von der Gefahr. Lass Taschen zurück, meide Menschenmengen und fordere andere auf, mitzukommen.
- Verstecken, wenn Flucht nicht geht. Such einen Raum, den du abschließen oder verbarrikadieren kannst, und geh weg von der Tür. Sichtschutz allein reicht nicht: Glas, Holz und dünne Wände halten Schüsse kaum auf.
- Alarmieren: Polizei 110. Ruf die Polizei, sobald es sicher geht. Diese Angaben helfen ihr am meisten:
Im Ernstfall
Was tun bei einem Anschlag oder einer Amoklage? Die ersten Schritte
Ruf bei Gefahr für Leib und Leben die 112. Folge immer den Anweisungen von Behörden und Einsatzkräften.
Unterwegs
- Flieh, wenn der Weg sicher istWeg von der Gefahr. Taschen zurücklassen, Menschenmengen meiden, andere mitnehmen. [1] [2]
- Versteck dich, wenn nichtRaum abschließen oder verbarrikadieren, weg von der Tür. [1] [2]Glas, Holz und dünne Wände stoppen Schüsse kaum.
- Schalte das Handy stummTon und Vibration aus. [1] [2]
- Ruf die Polizei: 110Wo, was passiert ist, wie viele Täter, welche Waffen, Aussehen, Richtung. [1] [2] [3]
- Zeig der Polizei deine HändeNichts in den Händen halten, keine hastigen Bewegungen, Anweisungen befolgen. [1] [2]
- Warne andereHalte andere vom Gefahrenbereich fern, wenn es ohne Risiko geht. [1] [2]
- Teile keine GerüchteNur Infos von Polizei und Behörden weitergeben. [1]
Zu Hause
- Bleib drinnenGeh nicht nach draußen, um nachzusehen. [1] [7]
- Schließ die Tür abHalte dich von der Tür fern. [2]
- Informier dich amtlichWarn-App und Radio, Hinweise der Polizei befolgen. [6] [7]
- Melde Beobachtungen: 110Wenn du etwas Wichtiges gesehen hast oder Hilfe brauchst. [3] [4]
- Teile keine GerüchteKeine Vermutungen und unbestätigten Infos weiterleiten. [1] [6]
Woran erkennst du einen Anschlag oder eine Amoklage?
Erst dich selbst schützen
Bei Schüssen, einer Explosion oder plötzlicher Panik zählt jede Sekunde. Bring dich zuerst in Sicherheit, statt nachzusehen, was los ist. [1] [2]
Warnung über App und Radio
Bei Gefahrenlagen können Behörden über Warn-Apps (in Deutschland NINA), Handy-Warnung und Radio warnen, etwa einen Bereich zu meiden. Nimm solche Warnungen ernst. [6] [7]
Waffe gesehen?
Siehst du jemanden mit einer Waffe, sprich die Person nicht an. Sag dem Sicherheitsdienst Bescheid oder ruf die Polizei unter 110. [4]
Verdächtige Gegenstände
Fass herrenlose oder verdächtige Gegenstände nicht an. Entfern dich und melde den Fund der Polizei. [1] [5]
Wie bereitest du dich auf einen Anschlag oder eine Amoklage vor?
Flüchten, Verstecken, Alarmieren
Präg dir drei Schritte ein: Flüchten, wenn es einen sicheren Weg gibt. Verstecken, wenn nicht. Alarmieren, sobald du kannst. [1] [2]
- Flüchten: weg von der Gefahr
- Verstecken: abschließen, leise sein
- Alarmieren: Polizei 110
Notausgänge zur Gewohnheit
Merk dir in Gebäuden, Bahnhöfen und bei Veranstaltungen, wo die Notausgänge sind. Wer seine Wege kennt, reagiert im Ernstfall schneller. [1]
Warn-App einrichten
Installiere eine Warn-App (in Deutschland NINA) und erlaube Warnungen für deinen Standort. So erfährst du schnell, welche Bereiche du meiden sollst. [6]
Notruf ohne Sprechen
Mit der Notruf-App nora erreichst du Polizei und Rettungsdienst, ohne zu sprechen. Installiere sie vorher, dann geht es im Ernstfall schnell und leise. [6]
Blutungen stillen lernen
Blutet jemand stark, zählt jede Minute. In einem Erste-Hilfe-Kurs übst du, wie du mit festem Druck eine Blutung stillst. Das gibt dir Sicherheit für jeden Notfall. [8]
Wie verhältst du dich bei einem Anschlag oder einer Amoklage?
Flüchten, wenn der Weg sicher ist
Unterwegs
Verlass den Ort so schnell und sicher wie möglich, weg von der Gefahr. Lass Taschen zurück, meide Menschenmengen und fordere andere auf, mitzukommen. [1] [2]
Verstecken, wenn Flucht nicht geht
Unterwegs · Zu Hause
Such einen Raum, den du abschließen oder verbarrikadieren kannst, und geh weg von der Tür. Sichtschutz allein reicht nicht: Glas, Holz und dünne Wände halten Schüsse kaum auf. [1] [2]
Handy lautlos, auch Vibration
Unterwegs · Zu Hause
Schalte Ton und Vibration aus. Ruf niemanden an, der sich vielleicht versteckt, damit du ihn nicht verrätst. [1] [2]
Alarmieren: Polizei 110
Unterwegs · Zu Hause
Ruf die Polizei, sobald es sicher geht. Diese Angaben helfen ihr am meisten: [1] [2] [3]
- Wo bist du genau?
- Was ist passiert?
- Wie viele Täter, welche Waffen?
- Wie sehen sie aus?
- Wohin sind sie gegangen?
Wenn du nicht sprechen kannst
Unterwegs · Zu Hause
Bleib in der Leitung und folge den Anweisungen der Leitstelle. Oder nutze die Notruf-App nora, die ohne Sprechen funktioniert. [2] [6]
Wenn die Polizei kommt
Unterwegs · Zu Hause
Die Polizei kann Täter und Opfer anfangs nicht unterscheiden. Halte nichts in den Händen, zeig deine Hände, mach keine hastigen Bewegungen und folge jeder Anweisung. [1] [2]
Andere warnen
Unterwegs
Warne Menschen in Gefahr. Halte andere davon ab, in den gefährlichen Bereich zu gehen, wenn das ohne Risiko für dich möglich ist. [1] [2]
Starke Blutung: fest drücken
Unterwegs
Drück mit einem zusammengeknüllten Tuch, etwa einem T-Shirt oder Schal, fest auf die Wunde und halte den Druck, bis Hilfe kommt. Lass jemanden 112 rufen. Hilf nur, wenn du sicher bist. [8]
Lage in der Nähe deiner Wohnung
Zu Hause
Warnt die Polizei vor einer Gefahrenlage in deiner Nähe, folge ihren Hinweisen in Warn-App und Radio. Geh nicht nach draußen, um nachzusehen. [1] [7]
Keine Gerüchte teilen
Teile keine unbestätigten Infos oder Vermutungen. Sie verunsichern und können Einsätze stören. Halte dich an Polizei und Behörden. [1] [6]
Telefoniere nur, wenn nötig
Ruf nur an, wenn du Hilfe brauchst oder etwas Wichtiges melden kannst. So bleiben Netz und Notruf frei. [1]
Fluchtweg unklar? Verstecken
Auf der Flucht
Flieh nur auf einem Weg, der dir sicher erscheint. Ist er unklar, versteck dich lieber. Draußen folgst du den Anweisungen der Einsatzkräfte. [1] [2]
Was ist nach einem Anschlag oder einer Amoklage wichtig?
Mit weiteren Angriffen rechnen
Es kann weitere Angriffe oder Sprengsätze geben. Halte Abstand zum Ort, fass nichts an und folge den Einsatzkräften. [1] [5]
Als Zeugin oder Zeuge helfen
Hast du etwas gesehen, melde dich bei der Polizei. Präg dir Merkmale der Täter ein, solange die Erinnerung frisch ist. [3]
Für Betroffene da sein
Kümmere dich um Opfer, bleib bei ihnen und sprich mit ihnen, wenn du dich dabei nicht in Gefahr bringst. [3]
Belastung ist normal
Schock, Angst und Schlafprobleme sind normale Reaktionen. Sprich mit anderen, halte Routinen. Die Telefonseelsorge hilft rund um die Uhr: 0800 111 0 111. [6]
Mit Kindern reden
Kinder bekommen solche Nachrichten mit. Nimm ihre Sorgen ernst, sprich ruhig und ehrlich und lass sie mit ihren Ängsten nicht allein. [6]
Irrtümer über Anschlag und Amoklage
Hinter einem Auto oder einer Tür bin ich sicher.
Sichtschutz ist kein Schutz vor Schüssen. Glas, Holz, Blech und dünne Wände halten Geschosse oft nicht auf. Abstand und ein verschlossener Raum sind besser. [2]
Die Polizei erkennt sofort, wer Opfer ist.
Anfangs kann sie Täter und Opfer nicht unterscheiden. Deshalb: Hände zeigen, nichts festhalten, Anweisungen befolgen. [1] [2]
Im Ernstfall sollten alle sofort 110 anrufen.
Ruf an, wenn du Hilfe brauchst oder etwas Wichtiges melden kannst. Unnötige Anrufe überlasten Netz und Notruf. [1]
Checkliste für Anschlag und Amoklage
- Notruf-App nora kennenDamit setzt du einen Notruf ab, ohne sprechen zu müssen.
- Warn-App installiert, z. B. NINAWarnt dich direkt. Bei Strom- oder Netzausfall fallen Apps aus, dann hilft das Radio.
- Erste-Hilfe-Kurs auffrischenGibt Sicherheit. Kurse in Erster Hilfe mit Selbstschutzinhalten gibt es bundesweit kostenfrei.
- Familien-Chat für den NotfallEine Gruppe für alle. Kurze Textnachrichten kommen bei überlastetem Netz eher durch als Anrufe.
- Kleine Powerbank mit KabelGeladen halten und spätestens alle 6 Monate nachladen.
- Notfallpass im Handy anlegenMit Vorerkrankungen, Allergien und Kontakten. Viele Handys zeigen ihn auch bei gesperrtem Bildschirm.
- Pflaster und DesinfektionstuchFür kleine Wunden unterwegs, dazu ein Paar Einmalhandschuhe.
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Häufige Fragen zu Anschlag und Amoklage
Was tun bei einem Anschlag oder einer Amoklage?
Flüchten, wenn es sicher geht. Sonst verstecken. Dann alarmieren: Polizei 110. Die ersten Schritte unterwegs: 1. Flieh, wenn der Weg sicher ist. 2. Versteck dich, wenn nicht. 3. Schalte das Handy stumm. 4. Ruf die Polizei: 110. Bei Gefahr für Leib und Leben: Notruf 112.
Wie bereitest du dich auf einen Anschlag oder eine Amoklage vor?
Die wichtigsten Schritte: 1. Flüchten, Verstecken, Alarmieren. 2. Notausgänge zur Gewohnheit. 3. Warn-App einrichten. 4. Notruf ohne Sprechen. Präg dir drei Schritte ein: Flüchten, wenn es einen sicheren Weg gibt. Verstecken, wenn nicht. Alarmieren, sobald du kannst.
Woran erkennst du einen Anschlag oder eine Amoklage?
Bei Schüssen, einer Explosion oder plötzlicher Panik zählt jede Sekunde. Bring dich zuerst in Sicherheit, statt nachzusehen, was los ist. Bei Gefahrenlagen können Behörden über Warn-Apps (in Deutschland NINA), Handy-Warnung und Radio warnen, etwa einen Bereich zu meiden. Nimm solche Warnungen ernst.
Was ist nach einem Anschlag oder einer Amoklage wichtig?
1. Mit weiteren Angriffen rechnen. 2. Als Zeugin oder Zeuge helfen. 3. Für Betroffene da sein. 4. Belastung ist normal.
Stimmt es: „Hinter einem Auto oder einer Tür bin ich sicher“?
Sichtschutz ist kein Schutz vor Schüssen. Glas, Holz, Blech und dünne Wände halten Geschosse oft nicht auf. Abstand und ein verschlossener Raum sind besser.
Stimmt es: „Die Polizei erkennt sofort, wer Opfer ist“?
Anfangs kann sie Täter und Opfer nicht unterscheiden. Deshalb: Hände zeigen, nichts festhalten, Anweisungen befolgen.
Stimmt es: „Im Ernstfall sollten alle sofort 110 anrufen“?
Ruf an, wenn du Hilfe brauchst oder etwas Wichtiges melden kannst. Unnötige Anrufe überlasten Netz und Notruf.
Passende Tipps
Quellen
Inhaltlich geprüft am 16.10.2026. Jede Zahl und jede Handlungsempfehlung stützt sich auf diese Quellen.
- Terrorist attacks and other armed aggression: what to do, Myndigheten för civilt försvar (MCF, früher MSB), Schweden, abgerufen 16.10.2026
- Stay Safe film: Run, Hide, Tell (2017, im Mai 2022 zurückgezogen), National Counter Terrorism Security Office (NaCTSO), GOV.UK, abgerufen 16.10.2026
- Zivilcourage, Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (polizei-beratung.de), abgerufen 16.10.2026
- Großveranstaltungen, Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (polizei-beratung.de), abgerufen 16.10.2026
- Explosionen: Hier finden Sie Schutz, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), abgerufen 16.10.2026
- Vorsorgen für Krisen und Katastrophen (Ratgeber, Stand 11/2025, 2. Auflage), Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), abgerufen 16.10.2026
- Wie wird gewarnt?, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), abgerufen 16.10.2026
- How to stop bleeding, Myndigheten för civilt försvar (MCF, früher MSB), Schweden, abgerufen 16.10.2026