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Illustration zum Ratgeber Cyberangriff

Krisen-Ratgeber · Alltag und Versorgung

Cyberangriff: Was tun und wie vorsorgen?

Geprüft am 11 Quellen 29 Hinweise Redaktion Krisenbuddy

Cyberangriff, kurz gesagt: Wenn Angriffe auf IT Kartenzahlung, Bank, Telefon oder Internet lahmlegen, zählt vor allem das:

  • Starke Passwörter, zweiter Faktor. Nutze für jedes Konto ein eigenes, starkes Passwort, am einfachsten mit einem Passwortmanager. Schalte die Zwei-Faktor-Anmeldung ein oder nutze Passkeys.
  • Daten extern sichern. Sichere Fotos und wichtige Dateien regelmäßig auf eine externe Festplatte oder einen USB-Stick, den du nur dafür ansteckst. Eine verschlüsselte Cloud-Sicherung kann das ergänzen.
  • Offizielle Kanäle nutzen. Hör auf Radio und die Kanäle von Behörden und Betreibern. Sie sagen, was betroffen ist und was du tun sollst. Teile nur Informationen, die du geprüft hast.
  • Keine Codes, keine Links. Gib keine Passwörter, PINs oder TANs heraus und bestätige keine Anmeldung, um die dich jemand bittet. Ruf im Zweifel selbst an, mit einer Nummer, die du selbst herausgesucht hast.
  • Bankdaten verraten? Sofort sperren. Hast du Bank- oder Kartendaten herausgegeben, sperr den Zugang über den Sperr-Notruf 116116. Prüf dann deine Kontobewegungen und sprich mit deiner Bank.

Im Ernstfall

Was tun bei einem Cyberangriff? Die ersten Schritte

Ruf bei Gefahr für Leib und Leben die 112. Folge immer den Anweisungen von Behörden und Einsatzkräften.

  Zu Hause
  1. Bleib ruhig, schalte das Radio einBehörden und Betreiber sagen, was betroffen ist. Gerüchte helfen nicht weiter. [1] [6]
  2. Gib keine Codes herausKeine Passwörter, PINs oder TANs, egal wer fragt. [4]Banken und Behörden fragen nie per Mail nach deinem Passwort.
  3. Zahl bar, wenn Karten streikenNutze kleine Scheine und geh sparsam damit um. [8] [9]
  4. Sperr bei Verdacht deine KarteSperr-Notruf 116116. Danach deine Bank informieren. [4]
  5. Prüf, bevor du teilstQuelle, Absender, andere seriöse Medien. Im Zweifel nicht weiterleiten. [1]
  6. Hol dir Rat beim BSIKostenlos unter 0800 274 1000. Bei Erpressung nicht zahlen, sondern Anzeige erstatten. [3] [4]
  Unterwegs
  1. Halte Bargeld bereitKassen, Automaten und Zapfsäulen nehmen vielleicht nur bar. [10] [8]
  2. Nutz deine Offline-KarteHeruntergeladene Karten funktionieren auch ohne Netz. [1]
  3. Geh zum TreffpunktKlappt kein Kontakt, gilt euer vereinbarter Treffpunkt. [9]
  4. Notfall ohne Netz: geh hinGeht die 112 nicht, geh zur Polizeiwache oder ins Krankenhaus. [1]

Woran erkennst du einen Cyberangriff?

Viele Dienste fallen zugleich aus

Gehen Kartenzahlung, Online-Banking, Apps oder Websites von Ämtern, Kliniken oder Versorgern zugleich nicht, kann ein Cyberangriff dahinterstecken. Sicher sagen das nur Behörden und Betreiber. [1] [6]

Was ein Angriff treffen kann

Ein Angriff auf IT-Systeme kann im Alltag viel gleichzeitig stören: [1]

  • Kartenzahlung und Geldautomaten
  • Bestellungen und Lieferungen in Läden
  • Behandlungen in Kliniken
  • Mobilfunk und Internet
  • Strom- und Wasserversorgung

Plötzlich dringende Nachrichten

Kriminelle nutzen Unruhe aus. Gefälschte Mails, SMS oder Anrufe drängen zur Eile und fragen nach Passwort, PIN oder Code. Banken und Behörden bitten nie per Mail um dein Passwort. [4] [2]

Falschmeldungen erkennen

Je dramatischer eine Meldung klingt, desto schneller wird sie geteilt. Manche streuen gezielt Falsches, um zu verunsichern. Prüf Absender und Quelle und ob seriöse Medien dasselbe melden. [1]

Ein Beispiel aus Berlin 2026

Während des Stromausfalls kursierte im Netz die Behauptung, die gebrauchten THW-Notstromaggregate seien in die Ukraine geliefert worden. Fachleute werten das als Desinformation. [7]

Wie bereitest du dich auf einen Cyberangriff vor?

Updates und Virenschutz an

Zu Hause

Halte Betriebssystem und Apps aktuell, am besten mit automatischen Updates. Aktiviere den eingebauten Virenschutz und die Firewall. Lösch Programme, die du nicht brauchst. [2]

Starke Passwörter, zweiter Faktor

Zu Hause

Nutze für jedes Konto ein eigenes, starkes Passwort, am einfachsten mit einem Passwortmanager. Schalte die Zwei-Faktor-Anmeldung ein oder nutze Passkeys. [2] [4]

Daten extern sichern

Zu Hause

Sichere Fotos und wichtige Dateien regelmäßig auf eine externe Festplatte oder einen USB-Stick, den du nur dafür ansteckst. Eine verschlüsselte Cloud-Sicherung kann das ergänzen. [2] [5]

Wichtige Papiere doppelt

Zu Hause

Ausweis, Versicherungen und Verträge gehören in eine Mappe. Digitale Kopien legst du zusätzlich auf einen Stick oder in die Cloud. So hängst du nicht an einem einzigen System. [1]

Bargeld und zweiter Zahlweg

Zu Hause

Halte Bargeld in kleinen Scheinen für einige Tage bereit. Eine zweite Karte von einem anderen Anbieter oder einer anderen Bank hilft, wenn ein System ausfällt. [8] [9] [1]

Nummern auf Papier

Zu Hause

Schreib wichtige Nummern auf: Familie, Praxis, Bank und den Sperr-Notruf 116116. Geht das Handy nicht oder ist es gesperrt, hast du sie trotzdem. [1] [4]

Radio als zweiter Weg

Zu Hause

Fallen Internet und Mobilfunk aus, kommen Warn-Apps und Handy-Warnungen nicht mehr an. Ein Batterie- oder Kurbelradio empfängt die Durchsagen der Behörden trotzdem. [1] [6]

Karten offline speichern

Unterwegs

Lade die Karten deiner Gegend für die Offline-Nutzung aufs Handy. Ohne Internet findest du so trotzdem den Weg. [1]

Wie verhältst du dich bei einem Cyberangriff?

Offizielle Kanäle nutzen

Hör auf Radio und die Kanäle von Behörden und Betreibern. Sie sagen, was betroffen ist und was du tun sollst. Teile nur Informationen, die du geprüft hast. [1] [6]

Prüfen statt weiterleiten

Bevor du etwas teilst, frag dich: [1]

  • Wer hat es zuerst veröffentlicht?
  • Ist die Quelle seriös, gibt es ein Impressum?
  • Melden andere seriöse Medien dasselbe?
  • Soll die Nachricht vor allem Angst machen?

Keine Codes, keine Links

Gib keine Passwörter, PINs oder TANs heraus und bestätige keine Anmeldung, um die dich jemand bittet. Ruf im Zweifel selbst an, mit einer Nummer, die du selbst herausgesucht hast. [4] [2]

Bezahlen, wenn die Karte streikt

Fällt die Kartenzahlung aus, zahl bar oder nutze eine zweite Karte. Geh sparsam mit Bargeld um, solange unklar ist, wie lange die Störung dauert. [8] [1]

Bankdaten verraten? Sofort sperren

Hast du Bank- oder Kartendaten herausgegeben, sperr den Zugang über den Sperr-Notruf 116116. Prüf dann deine Kontobewegungen und sprich mit deiner Bank. [4]

Konto gehackt

Ändere sofort das Passwort und beende alle aktiven Sitzungen. Prüf, ob Einstellungen geändert oder Käufe getätigt wurden. Ändere auch Passwörter von Konten, die an dieser Mailadresse hängen. [4]

Kein Geld an Erpresser

Fordern Kriminelle Geld, zahl nicht. Das ermutigt sie nur zu weiteren Forderungen. Erstatte Anzeige bei der Polizei, auch bei einem vagen Verdacht. [4]

Hilfe vom BSI

Das Service-Center des BSI berät kostenlos unter 0800 274 1000 und vermittelt digitale Ersthelfer. Es repariert aber keine Geräte. [3]

Netz weg, Notfall da

Ohne Mobilfunk kommen keine Warnungen aufs Handy. Schalte das Radio ein. Geht die 112 nicht, geh bei einem Notfall zur nächsten Polizeiwache oder ins Krankenhaus. [1] [6]

Unterwegs nur bar

Unterwegs

Tankstelle, Fahrkartenautomat oder Supermarkt nehmen bei einer Störung vielleicht nur Bargeld. In Spanien ging 2025 beim Blackout an den Kassen nur noch bar. Hab immer etwas Bargeld dabei. [10] [8]

Ohne Netz den Weg finden

Unterwegs

Heruntergeladene Karten helfen, wenn das Netz ausfällt. Klappt kein Kontakt zur Familie, gilt euer vorher vereinbarter Treffpunkt. [1] [9]

Was ist nach einem Cyberangriff wichtig?

Passwörter und PINs erneuern

Ändere die Passwörter betroffener Konten. Nutze nach einer Kartensperre nur neue PINs und Passwörter. [4]

Konto im Blick behalten

Kontrolliere in den Wochen danach Kontoauszüge und Kartenumsätze. Melde Unbekanntes sofort deiner Bank. [4]

Falsche Helfer erkennen

Kriminelle rufen manchmal an und geben sich als Bank oder Support aus. Bestätige nie einen Code oder eine Anmeldung für jemand anderen. [4]

Sicherung erneuern

Sichere deine Daten wieder auf ein externes Medium. Übernimm nach einem Befall keine Programme aus der Sicherung, nur deine Dateien. [2]

Vorfall anzeigen

Erstatte Anzeige bei der Polizei. Opfer von Internetkriminalität haben die gleichen Rechte wie Opfer anderer Straftaten. Rat gibt es auch bei der Verbraucherzentrale. [4]

Irrtümer über Cyberangriff

Mich als Privatperson greift doch keiner an.

Laut Cybersicherheitsmonitor 2026 des BSI erlebte jede zehnte Person im Vorjahr eine Straftat im Internet. Schutz lohnt sich für alle. [11]

Ein Virenschutz reicht als Schutz.

Virenschutz und Firewall helfen, ersetzen aber Updates, starke Passwörter, Zwei-Faktor-Anmeldung und Datensicherung nicht. [2]

Bargeld braucht heute niemand mehr.

Bargeld funktioniert ohne Strom, App und Netz. Beim Blackout in Spanien 2025 ging an den Kassen nur noch bar. [8] [10]

Checkliste für Cyberangriff

  • Fotos und Daten sichernRegelmäßig ein Backup auf externem Speicher oder in der Cloud. Sensible Daten verschlüsseln.
  • Bargeldreserve zu HauseKleine Scheine und Münzen. Ohne Strom gehen weder Kartenzahlung noch Geldautomat.
  • Bargeld in kleinen ScheinenFällt der Strom aus, gehen Kartenzahlung und Geldautomat nicht mehr.
  • Wichtige Nummern auf PapierFamilie, Nachbarn, Ärzte, Schule, Arbeit, Versorger. Ist der Handyakku leer, hilft der Zettel.
  • Kurbel- oder Batterieradio (UKW/DAB+)Radio läuft weiter, wenn Handynetz und Internet ausfallen. Mit Kurbel oder Solar auch ohne Batterien.
  • Verschlüsselter USB-Stick mit KopienScans aller Dokumente, mit Passwort geschützt. Eine zweite Kopie bei Verwandten oder in der Cloud.
  • Dokumentenmappe anlegenAlles Wichtige an einem Ort, wasserdicht oder feuerfest verpackt. Alle wissen, wo sie liegt.
  • Offline-Karten der Region ladenViele Karten-Apps speichern Karten auf dem Handy. Sie helfen bei der Orientierung ohne Internet.
  • Wichtige Zugänge sicher notierenDas BBK zählt Passwortlisten zu den wichtigen Unterlagen. Bewahre sie verschlossen auf.

Mengen für deinen Haushalt: Notvorrat berechnen · Packliste Notfallrucksack

Häufige Fragen zu Cyberangriff

Was tun bei einem Cyberangriff?

Die ersten Schritte zu Hause: 1. Bleib ruhig, schalte das Radio ein. 2. Gib keine Codes heraus. 3. Zahl bar, wenn Karten streiken. 4. Sperr bei Verdacht deine Karte. Bei Gefahr für Leib und Leben: Notruf 112.

Wie bereitest du dich auf einen Cyberangriff vor?

Die wichtigsten Schritte: 1. Starke Passwörter, zweiter Faktor. 2. Daten extern sichern. 3. Bargeld und zweiter Zahlweg. 4. Updates und Virenschutz an. Nutze für jedes Konto ein eigenes, starkes Passwort, am einfachsten mit einem Passwortmanager. Schalte die Zwei-Faktor-Anmeldung ein oder nutze Passkeys.

Woran erkennst du einen Cyberangriff?

Gehen Kartenzahlung, Online-Banking, Apps oder Websites von Ämtern, Kliniken oder Versorgern zugleich nicht, kann ein Cyberangriff dahinterstecken. Sicher sagen das nur Behörden und Betreiber. Ein Angriff auf IT-Systeme kann im Alltag viel gleichzeitig stören:.

Was ist nach einem Cyberangriff wichtig?

1. Passwörter und PINs erneuern. 2. Konto im Blick behalten. 3. Falsche Helfer erkennen. 4. Sicherung erneuern.

Stimmt es: „Mich als Privatperson greift doch keiner an“?

Laut Cybersicherheitsmonitor 2026 des BSI erlebte jede zehnte Person im Vorjahr eine Straftat im Internet. Schutz lohnt sich für alle.

Stimmt es: „Ein Virenschutz reicht als Schutz“?

Virenschutz und Firewall helfen, ersetzen aber Updates, starke Passwörter, Zwei-Faktor-Anmeldung und Datensicherung nicht.

Stimmt es: „Bargeld braucht heute niemand mehr“?

Bargeld funktioniert ohne Strom, App und Netz. Beim Blackout in Spanien 2025 ging an den Kassen nur noch bar.

Passende Tipps

Quellen

Inhaltlich geprüft am 16.10.2026. Jede Zahl und jede Handlungsempfehlung stützt sich auf diese Quellen.

  1. Vorsorgen für Krisen und Katastrophen (Ratgeber mit Checkliste, 2. Auflage, Stand 11/2025), Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), abgerufen 16.10.2026
  2. Basistipps zur IT-Sicherheit, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), abgerufen 16.10.2026
  3. Ich habe einen IT-Sicherheitsvorfall: Was soll ich tun? (Bürgerinnen und Bürger), Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), abgerufen 16.10.2026
  4. Phishing: Checkliste für den Ernstfall, BSI und Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK), abgerufen 16.10.2026
  5. Datensicherung und Datenverlust, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), abgerufen 16.10.2026
  6. In der Krise informiert sein, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), abgerufen 16.10.2026
  7. Resilienz in Berlin: Über die Funktionsfähigkeit der kritischen Infrastruktur. Bericht der Expertenkommission (Juni 2026), Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Senatskanzlei, abgerufen 16.10.2026
  8. Payments and cash in times of crisis, Swedish Civil Defence and Resilience Agency (MCF, vormals MSB), Schweden, abgerufen 16.10.2026
  9. Verhalten bei Blackout (Stand 16.02.2026), oesterreich.gv.at, Bundesministerium für Inneres (Österreich), abgerufen 16.10.2026
  10. Portugal and Spain blackout and its recovery (Vortrag RIPE 90, 16.05.2025), RIPE NCC, Vortrag des Internetknotens ESpanix, abgerufen 16.10.2026
  11. Digitaler Verbraucherschutz (mit Ergebnissen des Cybersicherheitsmonitors 2026), Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), abgerufen 16.10.2026