
Krisen-Ratgeber · Alltag und Versorgung
Evakuierung: Was tun und wie vorsorgen?
Evakuierung, kurz gesagt: Wenn du deine Wohnung schnell verlassen musst, etwa nach einem Bombenfund, zählt vor allem das:
- Ein Rucksack pro Person. Pack für jede Person einen Rucksack, mit dem ihr die ersten Tage außer Haus zurechtkommt. Ein Rucksack ist besser als ein Koffer, weil du die Hände frei hast.
- Hilfe vorher absprechen. Brauchst du Hilfe beim Gehen, Sehen oder Hören? Sprich mit Nachbarn und Familie ab, wer dich unterstützt, und gib jemandem einen Ersatzschlüssel. Ein Notfallausweis zeigt Helfern, was du brauchst.
- Ruhig bleiben, genau zuhören. Hör auf Durchsagen und Einsatzkräfte. Sie sagen, welches Gebiet betroffen ist, bis wann du gehen sollst und wo es eine Anlaufstelle gibt. Folge ihren Anweisungen.
- Notgepäck und Medikamente greifen. Nimm Notgepäck, Dokumentenmappe, Medikamente, Handy mit Ladekabel und Schlüssel. Bei längerer Räumung auch Bargeld, Karten und eine Liste wichtiger Nummern auf Papier.
Im Ernstfall
Was tun bei einer Evakuierung? Die ersten Schritte
Ruf bei Gefahr für Leib und Leben die 112. Folge immer den Anweisungen von Behörden und Einsatzkräften.
Zu Hause
- Hör genau auf die DurchsageWas ist betroffen, bis wann musst du gehen, wo ist die Anlaufstelle? [4] [7]
- Sag allen im Haushalt BescheidKinder, Ältere und alle, die Hilfe brauchen, zuerst. [7]
- Greif dein NotgepäckDokumente, Medikamente, Handy, Ladekabel, Schlüssel und Bargeld. [2]
- Nimm dein Haustier mitIn der Box oder an der Leine, mit Futter für einige Tage. [8] [9]
- Sichere die WohnungFenster und Türen zu, Herd aus, kleine Geräte ausstecken, abschließen. [6] [7]Gas, Wasser und Strom nur abstellen, wenn die Behörden es sagen.
- Klingle bei den NachbarnFrag, ob jemand Hilfe braucht oder nichts mitbekommen hat. [6] [1]
- Geh los und kehr nicht umNimm die angegebenen Wege. Geh nicht zurück, um noch etwas zu holen. [6] [4]
Unterwegs
- Fahr nicht ins SperrgebietAuch nicht, um schnell noch etwas zu holen. [4]
- Melde dich bei deiner FamilieSag, wo du bist, und verabredet einen Treffpunkt außerhalb des Gebiets. [6]
- Hör Autoradio oder Warn-AppDort erfährst du Wege und offene Unterkünfte. [6] [1]
- Folge den UmleitungenAbkürzungen können gesperrt oder gefährlich sein. [6]
Wenn du gehen musst
- Nimm die empfohlenen WegeFolge Schildern und Einsatzkräften, notfalls zu Fuß. [6] [4]
- Halte Kinder an der HandGib ihnen ihre SOS-Kapsel mit Name und Adresse. [2]
- Meide Wasser und LeitungenFahr nie durch überflutete Straßen und halte Abstand zu heruntergefallenen Leitungen. [6] [4]
- Geh zur AnlaufstelleOder zu Familie und Freunden außerhalb des Gebiets. [2] [7]
- Bleib erreichbarHandy laden, Familie informieren, Radio hören. [1] [6]
- Kehr erst nach Freigabe zurückDie Behörden sagen, wann du wieder nach Hause darfst. [6]
Woran erkennst du eine Evakuierung?
Wann geräumt wird
Behörden ordnen eine Räumung an, wenn Gefahr droht: etwa bei einem Bombenfund, bei Hochwasser, einem großen Brand oder austretenden Gasen. Sie legen fest, wer gehen muss. [2] [1] [7]
So wirst du informiert
Über Lautsprecherwagen, Einsatzkräfte an der Tür, Warn-App, Radio, Handy-Warnung oder Sirene. Nimm amtliche Warnungen ernst und gib sie an Nachbarn weiter. [1]
Stunden oder Tage
Manchmal geht es nur um einige Stunden, manchmal um Tage oder länger. Es kann dauern, bis du wieder in die Wohnung darfst. [7] [2]
Angeordnet oder auf eigene Faust
Bei einer angeordneten Räumung kümmern sich die Behörden um Wege und Notunterkünfte. Wer vorher auf eigene Faust geht, muss sich selbst einen sicheren Ort suchen. [7]
Wie bereitest du dich auf eine Evakuierung vor?
Ein Rucksack pro Person
Auf der Flucht
Pack für jede Person einen Rucksack, mit dem ihr die ersten Tage außer Haus zurechtkommt. Ein Rucksack ist besser als ein Koffer, weil du die Hände frei hast. [2]
Was ins Notgepäck gehört
Auf der Flucht
Das Wichtigste in Kürze: [2] [1]
- Medikamente und Erste-Hilfe-Material
- Dokumentenmappe und Bargeld
- Powerbank, Ladekabel, Radio, Taschenlampe
- Trinkflasche und Essen für 2 Tage
- Warme Kleidung, Regenschutz, feste Schuhe
- Hygieneartikel, Ersatzbrille, Hörgerät
Dokumente in einer Mappe
Zu Hause · Auf der Flucht
Ausweis, Geburtsurkunde, Versicherungen, Verträge, Zeugnisse, Vollmachten und Impfpass gehören griffbereit in eine Mappe, am besten feuerfest oder wasserdicht. Mach digitale Kopien. [1]
Kinder gut kennzeichnen
Auf der Flucht
Gib Kindern einen Brustbeutel oder eine SOS-Kapsel mit Name, Geburtsdatum und Adresse. Ein vertrautes Kuscheltier im Gepäck gibt Halt. [2] [7]
Haustiere einplanen
Auf der Flucht
Halte Transportbox, Leine, Futter und Wasser für einige Tage, Medikamente und Impfpass bereit. Viele Notunterkünfte nehmen keine Tiere auf: Kläre vorher, wo dein Tier unterkommen kann. [8] [9] [1]
Hilfe vorher absprechen
Zu Hause
Brauchst du Hilfe beim Gehen, Sehen oder Hören? Sprich mit Nachbarn und Familie ab, wer dich unterstützt, und gib jemandem einen Ersatzschlüssel. Ein Notfallausweis zeigt Helfern, was du brauchst. [3] [10]
Hilfsmittel mitdenken
Auf der Flucht
Pack Ersatz für Brille, Hörgerät, Akkus und Ladegeräte ein und leg einen Medikamentenplan dazu. Plane, wie Rollator oder Rollstuhl mitkommen. [3] [10]
Ziele und Wege kennen
Zu Hause
Überleg dir Ausweichorte in verschiedenen Richtungen, zum Beispiel bei Familie oder Freunden. Kenne mehrere Wege dorthin, auch ohne Auto. [6]
Tank mindestens halb voll
Unterwegs
Tankstellen können in Notlagen schließen. Halte den Tank mindestens halb voll, wenn eine Räumung möglich ist, und leg eine kleine Notausstattung ins Auto. [6]
Schlüssel und Handy am festen Platz
Zu Hause
Leg Schlüssel, Handy und Geldbörse immer an denselben Platz. Dann greifst du sie auch nachts im Dunkeln. [12] [1]
Wie verhältst du dich bei einer Evakuierung?
Ruhig bleiben, genau zuhören
Zu Hause
Hör auf Durchsagen und Einsatzkräfte. Sie sagen, welches Gebiet betroffen ist, bis wann du gehen sollst und wo es eine Anlaufstelle gibt. Folge ihren Anweisungen. [4] [7]
Alle im Haushalt informieren
Zu Hause
Sag allen Bescheid, vor allem Kindern und Älteren. Hilf denen, die nicht allein packen können. [7]
Notgepäck und Medikamente greifen
Zu Hause
Nimm Notgepäck, Dokumentenmappe, Medikamente, Handy mit Ladekabel und Schlüssel. Bei längerer Räumung auch Bargeld, Karten und eine Liste wichtiger Nummern auf Papier. [2] [7]
Wohnung sichern
Zu Hause
Fenster und Türen schließen, abschließen, kleine Elektrogeräte ausstecken, Herd aus. Gas, Wasser und Strom nur abstellen, wenn die Behörden es sagen. [6] [7]
Nachbarn nicht vergessen
Zu Hause
Klingle bei Nachbarn, die vielleicht nichts mitbekommen haben, und frag, ob jemand Hilfe oder eine Mitfahrt braucht. Sag Einsatzkräften, wer Hilfe braucht. [6] [1] [12]
Haustiere mitnehmen
Zu Hause · Auf der Flucht
Wenn du gehen musst, muss dein Tier mit. Allein gelassen kann es sich verirren oder verletzen. Box und Leine machen den Transport leichter. [8] [9]
Sag Bescheid, wohin du gehst
Gib Familie oder Freunden Bescheid, wann du losgehst und wo du unterkommst. Melde dich, wenn du angekommen bist. [6]
Empfohlene Wege nehmen
Auf der Flucht
Folge den Wegen, die ausgeschildert oder durchgesagt werden. Abkürzungen können gesperrt oder gefährlich sein. Rechne damit, dass du ein Stück zu Fuß gehen musst. [6] [4]
Absperrungen beachten
Auf der Flucht · Unterwegs
Halte dich an Absperrungen und Anweisungen der Einsatzkräfte. Fahr nie durch überflutete Straßen und halte Abstand zu heruntergefallenen Leitungen. [4] [6]
Anlaufstelle oder Bekannte
Auf der Flucht
Die Behörden nennen Sammelstellen und Notunterkünfte. Kannst du bei Familie oder Freunden außerhalb unterkommen, ist das oft angenehmer. [2] [7]
Kinder bleiben bei dir
Auf der Flucht
Halte kleine Kinder an der Hand und gib ihnen ihre SOS-Kapsel mit. Vertraute Dinge beruhigen. [2] [7]
Nicht zurück ins Gebiet
Unterwegs
Bist du unterwegs, fahr nicht in ein geräumtes Gebiet, um noch etwas zu holen. Halte dich von gefährdeten und abgesperrten Gebieten fern. [4]
Im Auto Radio an
Unterwegs · Auf der Flucht
Hör im Autoradio auf Hinweise zu Wegen und offenen Unterkünften. Nimm Nachbarn ohne Auto mit, wenn Platz ist. [6]
Was ist nach einer Evakuierung wichtig?
Erst bei Freigabe zurück
Geh erst zurück, wenn die Behörden das Gebiet freigeben. Vorher können Gefahren bestehen, die du nicht siehst, zum Beispiel Einsturzgefahr. [6] [5]
Schäden fotografieren
Sieh dich vorsichtig um und halte Schäden mit Fotos fest. Sie dienen als Nachweis für die Versicherung. [2] [5]
Kühlschrank prüfen
War der Strom lange weg, prüf Kühlschrank und Gefriertruhe. Was ungewohnt riecht, aussieht oder schmeckt, wirf im Zweifel weg. [11]
Notgepäck auffüllen
Ersetze, was du aus dem Notgepäck verbraucht hast, und lade die Powerbank. Prüf Medikamente und Essen auf ihr Haltbarkeitsdatum. [2]
Über das Erlebte sprechen
Eine Räumung kann aufwühlen, gerade für Kinder. Nimm dir Zeit, rede darüber und finde zurück in gewohnte Abläufe. [1]
Irrtümer über Evakuierung
Bei einer Räumung kann das Tier in der Wohnung bleiben.
Wer gehen muss, nimmt sein Tier mit. Allein gelassen kann es sich verletzen oder verloren gehen. [8]
Ein großer Koffer ist besser als ein Rucksack.
Ein Rucksack lässt dir beide Hände frei. Pack pro Person nur so viel, wie hineinpasst. [2]
Checkliste für Evakuierung
- Rucksack je Person30 bis 50 Liter, je nach Kraft. Hände bleiben frei. An einem Platz, den alle kennen, jährlich durchsehen.
- Dokumentenmappe anlegenAlles Wichtige an einem Ort, wasserdicht oder feuerfest verpackt. Alle wissen, wo sie liegt.
- Persönliche MedikamenteFür ein paar Tage, mit Medikamentenplan. Unterwegs ist der Weg zu Arzt und Apotheke oft schwer.
- Zettel: Was zuletzt mit mussHandy, Ladekabel, Schlüssel, Geldbörse, Gesundheitskarte. Den Zettel außen an den Rucksack kleben.
- Ausweichquartier für ein paar TageBei Verwandten oder Freunden, nicht zu nah, damit es nicht auch betroffen ist.
- Kontaktperson außerhalb der RegionEine Person weiter weg, bei der sich alle melden, wenn sie einander nicht erreichen.
- Brustbeutel oder SOS-Kapsel für KinderMit Name, Geburtsdatum, Anschrift und Telefonnummer der Eltern.
- Unterkunft fürs Tier absprechenNotunterkünfte nehmen oft keine größeren Tiere auf. Frag Freunde oder Familie, wer dein Tier nehmen kann.
- Tank immer gut gefülltOhne Strom fallen Zapfsäulen aus. Mit vollem Tank kommst du weg, falls du die Gegend verlassen musst.
Mengen für deinen Haushalt: Notvorrat berechnen · Packliste Notfallrucksack
Häufige Fragen zu Evakuierung
Was tun bei einer Evakuierung?
Die ersten Schritte zu Hause: 1. Hör genau auf die Durchsage. 2. Sag allen im Haushalt Bescheid. 3. Greif dein Notgepäck. 4. Nimm dein Haustier mit. Bei Gefahr für Leib und Leben: Notruf 112.
Wie bereitest du dich auf eine Evakuierung vor?
Die wichtigsten Schritte: 1. Ein Rucksack pro Person. 2. Hilfe vorher absprechen. 3. Was ins Notgepäck gehört. 4. Dokumente in einer Mappe. Pack für jede Person einen Rucksack, mit dem ihr die ersten Tage außer Haus zurechtkommt. Ein Rucksack ist besser als ein Koffer, weil du die Hände frei hast.
Woran erkennst du eine Evakuierung?
Behörden ordnen eine Räumung an, wenn Gefahr droht: etwa bei einem Bombenfund, bei Hochwasser, einem großen Brand oder austretenden Gasen. Sie legen fest, wer gehen muss. Über Lautsprecherwagen, Einsatzkräfte an der Tür, Warn-App, Radio, Handy-Warnung oder Sirene. Nimm amtliche Warnungen ernst und gib sie an Nachbarn weiter.
Was ist nach einer Evakuierung wichtig?
1. Erst bei Freigabe zurück. 2. Schäden fotografieren. 3. Kühlschrank prüfen. 4. Notgepäck auffüllen.
Stimmt es: „Bei einer Räumung kann das Tier in der Wohnung bleiben“?
Wer gehen muss, nimmt sein Tier mit. Allein gelassen kann es sich verletzen oder verloren gehen.
Stimmt es: „Ein großer Koffer ist besser als ein Rucksack“?
Ein Rucksack lässt dir beide Hände frei. Pack pro Person nur so viel, wie hineinpasst.
Stimmt es: „Ich gehe erst, wenn ich die Gefahr selbst sehe“?
Viele Gefahren siehst du nicht, etwa eine Bombe im Boden oder austretendes Gas. Nimm amtliche Warnungen ernst und geh rechtzeitig.
Passende Tipps
Quellen
Inhaltlich geprüft am 16.10.2026. Jede Zahl und jede Handlungsempfehlung stützt sich auf diese Quellen.
- Vorsorgen für Krisen und Katastrophen (Ratgeber mit Checkliste, 2. Auflage, Stand 11/2025), Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), abgerufen 16.10.2026
- Notgepäck, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), abgerufen 16.10.2026
- Vorsorge für Menschen mit Beeinträchtigungen, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), abgerufen 16.10.2026
- Hochwasser, Schritt 2: Was tun bei Hochwasser?, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), abgerufen 16.10.2026
- Brandschutz, Schritt 3: Handeln nach dem Brand, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), abgerufen 16.10.2026
- Evacuation, Ready.gov, Federal Emergency Management Agency (FEMA), USA, abgerufen 16.10.2026
- If you need to evacuate, Swedish Civil Defence and Resilience Agency (MCF, vormals MSB), Schweden, abgerufen 16.10.2026
- Prepare Your Pets for Disasters, Ready.gov, Federal Emergency Management Agency (FEMA), USA, abgerufen 16.10.2026
- Preparedness for your pets, Swedish Civil Defence and Resilience Agency (MCF, vormals MSB), Schweden, abgerufen 16.10.2026
- People with Disabilities, Ready.gov, Federal Emergency Management Agency (FEMA), USA, abgerufen 16.10.2026
- Verpflegung bei Stromausfall: Vorräte sichern, Tiefkühlkost retten und ohne Strom kochen (Stand 04.08.2026), Verbraucherzentrale Niedersachsen, abgerufen 16.10.2026
- Fachempfehlung „Verhalten im Brandfall“ (11/2019), Deutscher Feuerwehrverband (DFV) und vfdb, Gemeinsamer Ausschuss Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung, abgerufen 16.10.2026