
Krisen-Ratgeber · Schwere Lagen
Gefahrstoff und Rauchwolke: Was tun und wie vorsorgen?
Gefahrstoff und Rauchwolke, kurz gesagt: Chemieunfall, Gasaustritt oder Großbrand: drinnen bleiben, Fenster zu, Lüftung aus.
- Bleib im Gebäude. Verlass das Haus nicht. Schließ Fenster und Außentüren. Nimm gefährdete Passanten vorübergehend bei dir auf und informiere andere Hausbewohner.
- Lüftung aus, Schlitze zu. Schalte Lüftungsanlagen, Ventilatoren und Klimageräte aus. Schließ die Lüftungsschlitze in den Fensterrahmen, damit keine Außenluft nachströmt.
- Draußen: quer zum Wind. Bist du im Freien, beweg dich quer zur Windrichtung aus der Wolke heraus. Geh ins nächste geschlossene Gebäude und bitte dort um Einlass.
Im Ernstfall
Was tun bei einem Chemieunfall oder Gasaustritt? Die ersten Schritte
Ruf bei Gefahr für Leib und Leben die 112. Folge immer den Anweisungen von Behörden und Einsatzkräften.
Zu Hause
- Bleib drinnenVerlass das Gebäude nicht. Nimm gefährdete Passanten auf und sag anderen Hausbewohnern Bescheid. [1]
- Schließ Fenster und TürenAlle Fenster und Außentüren zu. Auch die Lüftungsschlitze in den Fensterrahmen schließen. [1] [4]
- Schalte die Lüftung ausLüftungsanlage, Ventilatoren und Klimageräte ausschalten. [1] [4]
- Geh in einen InnenraumEin Raum mit wenig Außenfenstern. Bei Gas oder Dämpfen eher ein oberes Stockwerk. Fenster und Türen abdichten. [3] [4]Tritt der Stoff im eigenen Gebäude aus: Gebäude verlassen.
- Schalte Radio oder Warn-App einRegionalen UKW-Sender hören, Warn-App prüfen und die Durchsagen befolgen. [1]
- Telefoniere nur im NotfallHalte die Leitungen frei. Bei gesundheitlichen Beschwerden ruf 112. [1] [4]Keine Kerzen anzünden, sie verbrauchen Sauerstoff.
- Warte auf die EntwarnungFenster erst öffnen und hinausgehen, wenn die Behörden Entwarnung geben. [1]
Unterwegs
- Geh ins nächste GebäudeSuch das nächste geschlossene Gebäude auf und bitte um Einlass. [2] [4]
- Geh quer zum WindBeweg dich quer zur Windrichtung aus der Wolke heraus, nicht mit dem Wind. [2] [4]
- Bedecke Mund und NaseAtme durch einen Atemschutz oder wenigstens durch ein Taschentuch. [2]
- Im Auto: Fenster zu, Lüftung ausFenster schließen, Lüftung und Klimaanlage aus, Regionalradio an. Dann ein festes Gebäude suchen, wenn nichts anderes angesagt wird. [2] [3]
- Zieh belastete Kleidung ausHattest du Kontakt mit dem Stoff: Oberbekleidung und Schuhe am Eingang ausziehen und in einen Beutel packen. [2] [4]
- Wasch dich gründlichErst die Hände, dann Gesicht, Haare, Nase und Ohren mit Wasser und Seife. [2] [4]
- Folge den DurchsagenAchte auf Polizei, Feuerwehr und Radio. Bleib drinnen bis zur Entwarnung. [1] [2]
Wenn du gehen musst
- Geh nur auf AnweisungVerlass das schützende Gebäude nur, wenn Behörden oder Einsatzkräfte dazu auffordern. [4]
- Nimm dein NotgepäckMedikamente, Dokumente, Wechselkleidung, Powerbank. Schlüssel, Handy und Geldbörse griffbereit. [5]
- Bedecke Mund und NaseDraußen durch Atemschutz oder ein Tuch atmen und zügig gehen. [2]
- Folge den angesagten WegenNimm die Wege, die Polizei, Feuerwehr und Radio nennen. [2] [4]
Woran erkennst du einen Chemieunfall oder Gasaustritt?
So wirst du gewarnt
Behörden warnen über Warn-Apps (in Deutschland NINA), Handy-Warnung per Cell Broadcast, Radio, Fernsehen und Lautsprecherwagen. Vielerorts heulen zusätzlich Sirenen. [5] [7] [8]
Sirene heißt: jetzt informieren
Die Sirenen-Warnung ist ein Heulton, der eine Minute lang auf- und abschwillt. Sie sagt nur: Es besteht Gefahr. Was los ist, steht in der Warn-App, im Radio oder auf warnung.bund.de. [6] [7]
Deine Nase ist kein Messgerät
Ob ein Stoff gefährlich ist, kannst du als Laie meist nicht beurteilen. Schadstoffe in der Luft ziehen schnell mit dem Wind. Nimm Warnungen ernst und geh nicht hin, um nachzusehen. [4]
Großbrand mit Rauchwolke
Warnen die Behörden vor der Rauchwolke eines Großbrands, gelten dieselben Regeln wie bei einem Gefahrstoff: drinnen bleiben, Fenster und Türen zu, Lüftung aus, Radio an. [1] [8]
Handy-Warnung auch ohne App
Cell Broadcast schickt Warnungen direkt auf Handys im betroffenen Gebiet, ohne App und ohne persönliche Daten. Ältere Geräte empfangen sie oft nicht. Eine Warn-App ergänzt das gut. [7] [8]
Wie bereitest du dich auf einen Chemieunfall oder Gasaustritt vor?
Warn-App einrichten
Installiere eine Warn-App (in Deutschland NINA) und aktiviere Warnungen für deinen Wohnort und deinen Arbeitsort. Lass das Handy nachts empfangsbereit. [5]
Radio ohne Steckdose
Ein Radio mit Batterie, Kurbel oder Solarzelle hält dich informiert, wenn Strom oder Mobilfunk ausfallen. Notiere dir die UKW-Frequenz deines Regionalsenders. [1] [5]
Lüftung im Griff
Finde heraus, wie du Lüftungsanlage, Ventilatoren und Klimagerät ausschaltest und wo die Lüftungsschlitze in den Fensterrahmen sind. Im Ernstfall muss das schnell gehen. [1] [4]
Schutzraum in der Wohnung
Wähle vorab einen Innenraum mit möglichst wenig Außenfenstern. Bei Gasen und Dämpfen ist ein oberes Stockwerk besser, bei radioaktiven Stoffen der Keller. [3] [4]
Abdichten vorbereiten
Überlege, womit du Türritzen und undichte Fenster abdichten kannst, etwa mit Klebeband oder Tüchern. Die Behörden raten bei Gasen dazu, Fenster und Türen abzudichten. [3] [5]
Nachbarn mitdenken
Sprich mit Nachbarn ab, wer wen informiert. Gib amtliche Warnungen weiter, denn nicht alle bekommen sie mit, etwa ältere oder hörbehinderte Menschen. [1] [5]
Wie verhältst du dich bei einem Chemieunfall oder Gasaustritt?
Bleib im Gebäude
Zu Hause
Verlass das Haus nicht. Schließ Fenster und Außentüren. Nimm gefährdete Passanten vorübergehend bei dir auf und informiere andere Hausbewohner. [1] [4]
Lüftung aus, Schlitze zu
Zu Hause
Schalte Lüftungsanlagen, Ventilatoren und Klimageräte aus. Schließ die Lüftungsschlitze in den Fensterrahmen, damit keine Außenluft nachströmt. [1] [4]
Den richtigen Raum wählen
Zu Hause
Geh in einen Innenraum mit wenig oder ohne Außenfenster. Bei Gasen und Dämpfen eher nach oben, denn viele sind schwerer als Luft. Dichte Fenster und Türen zusätzlich ab. [3] [4] [5]
Radio an, Durchsagen befolgen
Zu Hause · Unterwegs
Hör den regionalen UKW-Sender oder schau in die Warn-App. Folge den Anweisungen von Behörden und Einsatzkräften. Telefoniere nur im Notfall, damit die Leitungen frei bleiben. [1] [4]
Keine Kerzen im dichten Raum
Zu Hause
Zünde keine Kerzen an und vermeide offenes Feuer. In einem geschlossenen, abgedichteten Raum verbrauchen sie unnötig Sauerstoff. [1] [4]
Wenn doch etwas eindringt
Zu Hause
Dringen Stoffe ein, atme durch vorhandenen Atemschutz, notfalls durch ein feuchtes Tuch. Das schützt nur begrenzt. Bei gesundheitlichen Beschwerden ruf den Notruf 112. [1] [4]
Austritt im eigenen Gebäude
Zu Hause · Unterwegs
Treten Gase, Dämpfe oder gefährliche Flüssigkeiten im Gebäude selbst aus, gilt das Gegenteil: Verlass das Gebäude und geh an die frische Luft, weg von der Quelle. [3] [5]
Draußen: quer zum Wind
Unterwegs
Bist du im Freien, beweg dich quer zur Windrichtung aus der Wolke heraus. Geh ins nächste geschlossene Gebäude und bitte dort um Einlass. [2] [4]
Mund und Nase bedecken
Unterwegs
Atme möglichst durch einen Atemschutz, mindestens durch ein Taschentuch. Das hilft nur wenig, also geh trotzdem schnell in ein Gebäude. [2]
Im Auto: Lüftung aus
Unterwegs
Schließ die Fenster, schalte Lüftung und Klimaanlage aus und hör Regionalradio. Das Auto schützt nur kurz. Such ein festes Gebäude, wenn Behörden nichts anderes sagen. [2] [3] [4]
Kontakt mit dem Stoff gehabt
Unterwegs · Zu Hause
Zieh beim Betreten Oberbekleidung und Schuhe aus. Pack sie in einen Plastikbeutel und lass ihn draußen. Wasch dann zuerst die Hände, danach Gesicht, Haare, Nase und Ohren. [2] [4]
- Oberbekleidung und Schuhe aus
- In Plastikbeutel, draußen lassen
- Erst Hände waschen
- Dann Gesicht, Haare, Nase, Ohren
- Mit Wasser und Seife
Räumung nur auf Anweisung
Auf der Flucht
Ob ein Gebiet geräumt wird, entscheiden Behörden und Einsatzkräfte. Wirst du aufgefordert, das Gebäude zu verlassen, folge ihren Anweisungen und Wegen. [4]
Mit Notgepäck raus
Auf der Flucht
Nimm dein Notgepäck mit Medikamenten, Dokumenten, Wechselkleidung und geladener Powerbank. Schlüssel, Handy und Geldbörse gehören griffbereit dazu. [5]
Was ist nach einem Chemieunfall oder Gasaustritt wichtig?
Auf Entwarnung warten
Öffne Fenster und verlass das Gebäude erst, wenn die Behörden Entwarnung geben. Die Sirenen-Entwarnung ist ein Dauerton von einer Minute. [1] [6]
Belastete Kleidung
Lass verschmutzte Kleidung und Schuhe verpackt außerhalb der Wohnung. Frag bei deiner Gemeinde nach, wie du sie reinigen oder entsorgen sollst. [2] [4]
Beschwerden ernst nehmen
Fühlst du dich nach dem Ereignis krank, ruf den Rettungsdienst über 112 oder frag beim Giftinformationszentrum deines Bundeslandes nach. [4]
Hinweise der Behörden lesen
Achte nach der Entwarnung auf weitere Hinweise, etwa zu Ruß im Garten, zu Spielplätzen oder zum Lüften. Sie kommen über Warn-App, Radio und die Webseiten der Behörden. [1] [5]
Nur geprüfte Infos teilen
Nach Unfällen kursieren schnell Gerüchte. Prüfe Absender und Quelle, bevor du etwas weiterleitest. Amtliche Infos gibst du gern an Nachbarn und Familie weiter. [5]
Irrtümer über Gefahrstoff und Rauchwolke
Ein feuchtes Tuch vor dem Mund schützt zuverlässig.
Ein Tuch hilft nur begrenzt. Den besten Schutz bietet ein geschlossenes Gebäude mit geschlossenen Fenstern und ausgeschalteter Lüftung. [2] [4]
Im Keller ist man immer am sichersten.
Bei Gasen und Dämpfen nicht: Viele sind schwerer als Luft und sammeln sich unten. Dann sind obere Stockwerke besser. Den Keller brauchst du bei radioaktiven Stoffen. [3] [4]
Wenn ich nichts rieche, ist die Luft sauber.
Ob eine Gefahr besteht, kannst du als Laie meist nicht selbst beurteilen. Richte dich nach den Warnungen der Behörden. [4]
Checkliste für Gefahrstoff und Rauchwolke
- Warn-App installiert, z. B. NINAWarnt dich direkt. Bei Strom- oder Netzausfall fallen Apps aus, dann hilft das Radio.
- Kurbel- oder Batterieradio (UKW/DAB+)Radio läuft weiter, wenn Handynetz und Internet ausfallen. Mit Kurbel oder Solar auch ohne Batterien.
- Werkzeug, Panzertape und FolieZange, Schraubenschlüssel, Schere, Kabelbinder. Folie und Tape dichten Fenster oder kaputte Scheiben ab.
- Sirenensignale kennen1 Minute auf- und abschwellender Heulton: Gefahr, informiere dich. 1 Minute Dauerton: Entwarnung.
- Taschenlampe je PersonAn einem festen Platz, den alle auch im Dunkeln finden.
- Trinkwasser für 3 Tage2 Liter je Person und Tag, davon 0,5 Liter zum Kochen. Am einfachsten Mineralwasser in Flaschen.
- Große, stabile MüllbeutelFür Abfall und zum Einhängen in die Toilette, wenn die Spülung nicht mehr geht.
- Rucksack je Person30 bis 50 Liter, je nach Kraft. Hände bleiben frei. An einem Platz, den alle kennen, jährlich durchsehen.
- Mit Nachbarn absprechenWer braucht Hilfe, wer kann helfen? Zeichen vereinbaren, falls Telefone ausfallen.
Mengen für deinen Haushalt: Notvorrat berechnen · Packliste Notfallrucksack
Häufige Fragen zu Gefahrstoff und Rauchwolke
Was tun bei einem Chemieunfall oder Gasaustritt?
Chemieunfall, Gasaustritt oder Großbrand: drinnen bleiben, Fenster zu, Lüftung aus. Die ersten Schritte zu Hause: 1. Bleib drinnen. 2. Schließ Fenster und Türen. 3. Schalte die Lüftung aus. 4. Geh in einen Innenraum. Bei Gefahr für Leib und Leben: Notruf 112.
Wie bereitest du dich auf einen Chemieunfall oder Gasaustritt vor?
Die wichtigsten Schritte: 1. Warn-App einrichten. 2. Radio ohne Steckdose. 3. Lüftung im Griff. 4. Schutzraum in der Wohnung. Installiere eine Warn-App (in Deutschland NINA) und aktiviere Warnungen für deinen Wohnort und deinen Arbeitsort. Lass das Handy nachts empfangsbereit.
Woran erkennst du einen Chemieunfall oder Gasaustritt?
Behörden warnen über Warn-Apps (in Deutschland NINA), Handy-Warnung per Cell Broadcast, Radio, Fernsehen und Lautsprecherwagen. Vielerorts heulen zusätzlich Sirenen. Die Sirenen-Warnung ist ein Heulton, der eine Minute lang auf- und abschwillt. Sie sagt nur: Es besteht Gefahr. Was los ist, steht in der Warn-App, im Radio oder auf warnung.bund.de.
Was ist nach einem Chemieunfall oder Gasaustritt wichtig?
1. Auf Entwarnung warten. 2. Belastete Kleidung. 3. Beschwerden ernst nehmen. 4. Hinweise der Behörden lesen.
Stimmt es: „Ein feuchtes Tuch vor dem Mund schützt zuverlässig“?
Ein Tuch hilft nur begrenzt. Den besten Schutz bietet ein geschlossenes Gebäude mit geschlossenen Fenstern und ausgeschalteter Lüftung.
Stimmt es: „Im Keller ist man immer am sichersten“?
Bei Gasen und Dämpfen nicht: Viele sind schwerer als Luft und sammeln sich unten. Dann sind obere Stockwerke besser. Den Keller brauchst du bei radioaktiven Stoffen.
Stimmt es: „Wenn ich nichts rieche, ist die Luft sauber“?
Ob eine Gefahr besteht, kannst du als Laie meist nicht selbst beurteilen. Richte dich nach den Warnungen der Behörden.
Passende Tipps
Quellen
Inhaltlich geprüft am 16.10.2026. Jede Zahl und jede Handlungsempfehlung stützt sich auf diese Quellen.
- Handeln bei Gefahrstoff-Freisetzung: Verhalten im Haus, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), abgerufen 16.10.2026
- Handeln bei Gefahrstoff-Freisetzung: Verhalten im Freien oder im Auto, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), abgerufen 16.10.2026
- Schutz suchen, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), abgerufen 16.10.2026
- CBRN-Gefahren: Vorsorge und Selbsthilfe (Flyer, 2018), Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), abgerufen 16.10.2026
- Vorsorgen für Krisen und Katastrophen (Ratgeber, Stand 11/2025, 2. Auflage), Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), abgerufen 16.10.2026
- Sirenen, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), abgerufen 16.10.2026
- Wie wird gewarnt?, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), abgerufen 16.10.2026
- So werden Sie gewarnt, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), abgerufen 16.10.2026