
Krisen-Ratgeber · Natur und Wetter
Sturmflut an Nord- und Ostsee: Was tun und wie vorsorgen?
Sturmflut an Nord- und Ostsee, kurz gesagt: Hohes Wasser an Küste, Elbe, Weser und Ems: Warnungen kennen, rechtzeitig handeln.
- Eigenes Risiko klären. Schau in die Hochwasserkarten deines Landes oder frag bei der Gemeinde, ob du im Überflutungsgebiet wohnst, arbeitest oder unterwegs bist. Hamburg verteilt für die gefährdeten Stadtteile Merkblätter mit Warn- und Evakuierungsgebieten.
- Radio an, Warnungen verfolgen. Lass bei einer Sturmflutwarnung das Radio laufen und schau in die Warn-App, denn die Vorhersagen können sich schnell ändern. Folge den Anweisungen der Behörden und gib Warnungen an Nachbarn weiter.
- Raus aus Keller und Tiefgarage. Keller, Tiefgaragen und tief liegende Räume können schnell volllaufen, auch dort, wo die Häuser selbst geschützt sind. Halte dich bei drohender Überflutung nicht darin auf und geh nach oben.
- Weg vom Wasser, auch zum Schauen. Geh bei Sturmflut nicht an Strand, Hafen, Ufer oder ins Deichvorland, auch nicht zum Zuschauen. Ufer können unterspült sein und abbrechen. Spaziergänge an den Steilküsten der Ostsee meidest du bei Sturm und Hochwasser.
Im Ernstfall
Was tun bei einer Sturmflut? Die ersten Schritte
Ruf bei Gefahr für Leib und Leben die 112. Folge immer den Anweisungen von Behörden und Einsatzkräften.
Zu Hause
- Schalte Radio und Warn-App einVerfolge Warnungen und Wasserstände. Folge den Anweisungen der Behörden. [5] [9]
- Geh nicht in Keller und TiefgarageTief liegende Räume können schnell volllaufen. Bleib oben. [6] [10]
- Schalte gefährdete Räume abStrom über die Sicherung abschalten, nur wenn du dabei trocken stehst. [16] [6]Steht schon Wasser im Raum mit Steckdosen: nicht hineingehen.
- Bring Wichtiges nach obenDokumente, Wertsachen und Chemikalien in obere Stockwerke. [5] [9]
- Fahr das Auto aus der GefahrFrüh raus aus Tiefgarage und gefährdetem Gebiet, am besten hinter die Hauptdeichlinie. [6] [12]
- Stell dein Notgepäck bereitDokumente, Geld, Medikamente, warme Kleidung, Handy und Powerbank. [5] [9]
- Sag es den NachbarnDenk an Ältere, Menschen mit Behinderung und alle, die die Warnung nicht verstehen. [5] [4]
- Ruf im Notfall die 112Nur bei echter Gefahr. Sonst halte Leitungen und Mobilfunk frei. [6]
Unterwegs
- Geh weg von Strand und HafenMeide Ufer, Deichvorland, Häfen und Steilküsten, auch zum Zuschauen. [16] [14]Unterspülte Ufer und Kliffs können plötzlich abbrechen.
- Fahr nicht durch WasserDreh um bei überfluteten Straßen und Unterführungen. [6] [16]Unter Wasser lauern Strömung, Treibgut und offene Schächte.
- Halte Deichwege freiDort arbeiten Deichverbände und Einsatzkräfte. Hilf nur, wenn sie dich bitten. [13] [5]
- Fahr nicht in den HafenIn Hamburg ist der Hafen bei Sturmflut gesperrt, weite Teile sind ungeschützt. [9]
- Geh hoch und ins FesteAuf Warft oder in einem standsicheren Gebäude bleibst du. Sonst geh in ein höheres Stockwerk. [10] [5]
- Folge den DurchsagenLautsprecher, Radio und Warn-App sagen dir, wohin du gehen sollst. [5] [9]
Wenn du gehen musst
- Geh sofort, wenn es heißt: rausVerlass Evakuierungsgebiete ohne Zögern. Folge Polizei und Einsatzkräften. [5] [9]
- Nimm dein Notgepäck mitDokumente, Geld, Medikamente, warme Kleidung, Handy und Powerbank. [5] [9]
- Ohne Aufruf: erst abwägenStürz nicht kopflos ins Auto. Auf verstopften Straßen kann die Gefahr größer sein als oben im Haus. [13]
- Fahr auf direktem Weg hinausÜber die Hauptstraßen, nicht am Ufer entlang. Achte auf Verkehrshinweise. [5]
- Komm bei Verwandten unterOder fahr mit den Bussen ab den Sammelpunkten zu den Notunterkünften. [5] [9]
- Hilfe nötig? Ruf früh die 112Wer krank, gebrechlich oder behindert ist und keine Hilfe hat, meldet sich früh. [9] [13]
- Zu spät? Geh nach obenIns höchste Stockwerk, mit Trinkwasser, Handy, Radio und Taschenlampe. Mach dich bemerkbar. [5] [6]
Woran erkennst du eine Sturmflut?
Wann es Sturmflut heißt
Drückt starker Wind vom Meer das Wasser gegen die Küste, steigt es weit über das übliche Maß. An der Nordsee spricht das BSH ab 1,5 Metern über dem mittleren Hochwasser von Sturmflut, an der Ostsee ab 1 Meter über dem Mittelwasser. [1] [2] [3] [4]
Drei Stufen an der Nordsee
An der Nordsee und in Emden, Bremen und Hamburg zählt die Höhe über dem mittleren Hochwasser. Ab 3,5 Metern kann die Lage kritisch werden, dann ist besondere Wachsamkeit gefragt. [1] [5]
- Sturmflut: 1,5 bis 2,5 m
- Schwere Sturmflut: 2,5 bis 3,5 m
- Sehr schwere Sturmflut: mehr als 3,5 m
Vier Stufen an der Ostsee
An der Ostsee spielen Ebbe und Flut kaum eine Rolle. Das BSH unterscheidet deshalb vier Stufen nach der Höhe über dem Mittelwasser. Schon eine schwere Sturmflut kann hier ernste Folgen haben. [1] [3] [5]
- Sturmflut: 1,00 bis 1,24 m
- Mittlere Sturmflut: 1,25 bis 1,49 m
- Schwere Sturmflut: 1,50 bis 1,99 m
- Sehr schwere Sturmflut: ab 2,00 m
So wirst du gewarnt
Das BSH gibt die Sturmflutwarnungen heraus. Du hörst sie im Radio, meist beim Wetterbericht, und bekommst sie über Warn-Apps wie NINA oder die WarnWetter-App. Vor Ort kommen Lautsprecher, Cell Broadcast und mancherorts Sirenen dazu. [2] [5] [9]
Elbe, Weser und Ems
In den Flussmündungen drückt der Wind das Wasser in einen enger werdenden Trichter. Deshalb laufen Sturmfluten in Hamburg meist deutlich höher auf als in Cuxhaven. Das BSH sagt das Wasser auch für Emden, Bremen und Hamburg vorher. [4] [2]
Saison und Vorwarnzeit
Schwere Sturmfluten gibt es an der Nordsee nur im Herbst und Winter. Sie kündigen sich meist Tage vorher an. Höhe und Zeitpunkt können sich aber kurzfristig ändern, etwa wenn der Wind dreht. Nimm jede Warnung ernst. [11] [12]
Deiche schützen, aber nie ganz
Ohne Deiche könnte bei einer extremen Sturmflut etwa ein Viertel Schleswig-Holsteins überflutet werden. Deiche senken die Gefahr stark, absolut sicher sind sie nicht. Hochwasserkarten der Länder zeigen, ob dein Ort betroffen ist. [4] [5]
Wie bereitest du dich auf eine Sturmflut vor?
Eigenes Risiko klären
Zu Hause
Schau in die Hochwasserkarten deines Landes oder frag bei der Gemeinde, ob du im Überflutungsgebiet wohnst, arbeitest oder unterwegs bist. Hamburg verteilt für die gefährdeten Stadtteile Merkblätter mit Warn- und Evakuierungsgebieten. [4] [8] [9]
Warn-App und Radio bereit
Installier eine Warn-App (in Deutschland NINA) und lass Cell Broadcast eingeschaltet. Halte ein Radio mit Batterie, eine Taschenlampe und eine geladene Powerbank bereit, falls der Strom ausfällt. [8] [9] [5]
Den Weg hinaus kennen
Zu Hause · Auf der Flucht
Erkundige dich, auf welchen Wegen du das gefährdete Gebiet verlassen kannst und wo Sammelpunkte und Notunterkünfte sind. Leg mit allen fest, was im Notfall zu tun ist, auch wenn nicht alle zu Hause sind. [5] [8] [9]
Notgepäck griffbereit
Auf der Flucht
Pack für jede Person einen Rucksack und stell ihn dorthin, wo du ihn sofort findest. Beschränk dich auf das Nötigste. [5] [15]
- Dokumente, Geld und Wertsachen
- Persönliche Medikamente
- Warme Kleidung, Decke oder Schlafsack
- Essen für 1 bis 2 Tage und Trinkwasser
- Handy, Powerbank, Radio und Taschenlampe
Gefährdete Räume klug nutzen
Zu Hause
Stell in Räume, die volllaufen können, keine teuren Geräte, Fotoalben oder Akten. Lagere dort auch keine Farben, Lösungsmittel oder Kraftstoffe, sie verschmutzen bei einer Überflutung Haus und Umwelt. [5] [8]
Heizöltank sichern
Zu Hause
Ein Heizöltank kann bei einer Überflutung aufschwimmen und auslaufen. Prüf rechtzeitig, ob er fest verankert ist, und lass dich im Zweifel von Fachleuten beraten. [5] [13] [6]
Türen und Fenster schützen
Zu Hause
Wer am Wasser wohnt, kann Türen und Fenster mit mobilen Schotts sichern, wie auf den Halligen üblich. Bei Neubau oder Sanierung helfen nässefeste Böden wie Fliesen statt Parkett in Keller und Erdgeschoss. [5] [12]
Elementarschaden prüfen
Zu Hause
Schäden durch Überflutung zahlt die Gebäude- oder Hausratversicherung meist nur mit dem Zusatz Elementarschaden. Prüf deine Verträge, bevor die Sturmflutsaison beginnt. [5] [17]
Vorrat für zehn Tage
Zu Hause
Leg Lebensmittel und Trinkwasser an, im Idealfall für etwa zehn Tage. Denk an Medikamente und daran, wie du deine Tiere versorgst und mitnimmst. [8] [15]
Zu Gast an der Küste
Unterwegs
Bist du im Herbst oder Winter an der Küste, auf einer Insel oder Hallig, verfolge die Wasserstandsvorhersage des BSH. Achte auf Hinweise von Gemeinde, Nationalparkamt und Touristeninformation. [12] [2] [14]
Wie verhältst du dich bei einer Sturmflut?
Radio an, Warnungen verfolgen
Zu Hause
Lass bei einer Sturmflutwarnung das Radio laufen und schau in die Warn-App, denn die Vorhersagen können sich schnell ändern. Folge den Anweisungen der Behörden und gib Warnungen an Nachbarn weiter. [5] [9] [12]
Raus aus Keller und Tiefgarage
Zu Hause
Keller, Tiefgaragen und tief liegende Räume können schnell volllaufen, auch dort, wo die Häuser selbst geschützt sind. Halte dich bei drohender Überflutung nicht darin auf und geh nach oben. [6] [10] [16]
Strom abschalten, nur im Trockenen
Zu Hause
Schalte Geräte und Heizung in Räumen ab, die volllaufen können, bei Bedarf den Strom über die Sicherung. Tu das nur, solange du trocken stehst. Betritt keine nassen Räume mit Steckdosen oder Geräten. [16] [6]
Wichtiges nach oben bringen
Zu Hause
Bleibt noch Zeit, bring Wertvolles und Dokumente in obere Stockwerke, ebenso Farben, Chemikalien und Kraftstoff. Dichte Kelleröffnungen und Türen mit Sandsäcken oder anderem geeignetem Material ab. [5] [6] [9]
Auto rechtzeitig wegfahren
Zu Hause
Fahr dein Auto früh aus gefährdeten Gebieten, Garagen und Tiefgaragen, am besten an einen sicheren Ort hinter der Hauptdeichlinie. Park so, dass es Einsatzkräfte und Rettungswege nicht behindert. [6] [12] [16]
Weg vom Wasser, auch zum Schauen
Unterwegs
Geh bei Sturmflut nicht an Strand, Hafen, Ufer oder ins Deichvorland, auch nicht zum Zuschauen. Ufer können unterspült sein und abbrechen. Spaziergänge an den Steilküsten der Ostsee meidest du bei Sturm und Hochwasser. [16] [6] [14] [12]
Den Deich den Fachleuten lassen
Unterwegs
Deichverbände und Einsatzkräfte bewachen und sichern die Deiche. Halte Wege und Zufahrten frei. Mit Sandsäcken am Deich hilfst du nur, wenn sie dich darum bitten. In Schleswig-Holstein können Behörden dich dazu auffordern. [13] [5] [6]
Nie durch überflutete Straßen
Unterwegs
Fahr und geh nicht durch überflutete Straßen und Unterführungen. Unter Wasser lauern Strömung, Treibgut, offene Schächte und ausgespülte Löcher. In Hamburg ist der Hafen bei Sturmflut gesperrt: Fahr nicht hinein. [6] [16] [9]
Kein Boot, kein Wassersport
Unterwegs
Fahr nicht mit dem eigenen Boot in überflutete Bereiche und verzichte auf Wassersport. Du bringst damit dich und die Rettungskräfte in Lebensgefahr. [6] [16]
Halligen, Warften, Vorland
Unterwegs
Halligen und alles vor dem Deich, etwa Häfen und Deichvorland, stehen bei hoher Sturmflut unter Wasser. Aufgehöhte Warften und standsichere Gebäude sind geschützt: Dort bleibst du und folgst den Hinweisen vor Ort. [5] [10] [18]
Evakuierung sofort folgen
Auf der Flucht
Fordern die Behörden zum Verlassen auf, geh sofort mit Notgepäck. Das kann dich auch treffen, wenn du nicht direkt hinter dem Deich wohnst. Die Polizei sichert das geräumte Gebiet. [5] [9]
Zu Verwandten oder in die Notunterkunft
Auf der Flucht
Fahr mit dem eigenen Auto zu Verwandten oder Bekannten. Ohne Auto bringen dich Busse von Sammelpunkten zu Notunterkünften. Wer krank oder gebrechlich ist und keine Hilfe hat, ruft früh die 112. [5] [9] [13]
Auf direktem Weg, weg vom Ufer
Auf der Flucht
Gibt es keine Verkehrslenkung, verlass das Gebiet auf direktem Weg über die Hauptstraßen und fahr nicht am Ufer entlang. Achte auf Verkehrshinweise und die Anweisungen der Polizei. [5]
Nicht mehr raus? Nach oben
Auf der Flucht
Schaffst du es nicht mehr hinaus, geh in ein höheres Stockwerk. Nimm Notgepäck, Trinkwasser, Handy, Radio und Taschenlampe mit. Steht das Wasser schon hoch, verlass das Haus nur mit Hilfe der Einsatzkräfte. [5] [6]
Tiere früh mitdenken
Auf der Flucht
Wer viele Tiere hält, muss selbst rechtzeitig vorsorgen, denn die Rettung von Menschen geht vor. Lass Vieh nie frei und treib es nicht auf die Straße. [13] [5]
Was ist nach einer Sturmflut wichtig?
Erst zurück, wenn es sicher ist
Kehre erst zurück, wenn die Behörden das Gebiet freigeben. Halte dich von überfluteten Räumen mit Elektrik fern: Ihre Schutzeinrichtungen wirken womöglich nicht mehr, es kann Lebensgefahr bestehen. [5] [7]
Abpumpen mit Bedacht
Pump den Keller erst aus, wenn das Wasser draußen ganz abgelaufen ist. Sonst kann der Druck von außen das Gebäude dauerhaft beschädigen. [7]
Schäden fotografieren
Fotografiere alle Schäden und den Wasserstand ums Haus, bevor du aufräumst oder abpumpst. Melde den Schaden sofort deiner Versicherung. [7]
Elektrik und Öl prüfen lassen
Schalte nasse Geräte erst ein, wenn Fachleute sie geprüft haben. Lass Hausanschluss und Stromzähler prüfen. Riechst du Gas oder sind Öl, Farben oder Chemikalien ausgelaufen, ruf die Feuerwehr. [7]
Schutz beim Aufräumen
Wasser und Schlamm können stark verschmutzt und verkeimt sein. Trag wasserdichte Handschuhe, Gummistiefel und Schutzbrille. Iss nichts, was mit dem Wasser in Berührung kam. [7]
Schnell trocknen gegen Schimmel
Trockne die Räume so schnell wie möglich, damit sich kein Schimmel bildet. Lüfte gut und nutze bei Bedarf Bautrockner. Das kann Wochen dauern, eine Fachfirma hilft. [7]
Auto nach dem Wasser
Stand dein Auto bis über die Räder im Wasser, lass es abschleppen und prüfen, bevor du wieder damit fährst. [16] [7]
Steilufer bleiben gefährlich
Nach einer Sturmflut können unterspülte Steilküsten noch abbrechen. Bleib auf markierten Wegen, beachte Sperrungen und melde frische Risse oder Abbrüche über die 112. [14]
Hilfe annehmen
Nach einer Sturmflut sind Erschöpfung und Sorgen normal. Sprich mit anderen, halte kleine Routinen und nimm Hilfe an. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenlos erreichbar: 0800 111 0 111. [15]
Irrtümer über Sturmflut an Nord- und Ostsee
Hinter dem Deich kann mir nichts passieren.
Deiche senken die Gefahr stark, absolut sicher sind sie nicht. Deshalb zählen Warnung und eigene Vorbereitung genauso, sagt das Land Schleswig-Holstein. [4] [5]
An der Ostsee gibt es keine gefährlichen Sturmfluten.
Auch an der Ostsee steigt das Wasser bei Sturm deutlich, in Buchten und Förden meist höher als an der offenen Küste. Schon eine schwere Sturmflut kann ernste Folgen haben, Steilküsten können abbrechen. [4] [5] [14]
Checkliste für Sturmflut an Nord- und Ostsee
- Warn-App installiert, z. B. NINAWarnt dich direkt. Bei Strom- oder Netzausfall fallen Apps aus, dann hilft das Radio.
- Kurbel- oder Batterieradio (UKW/DAB+)Radio läuft weiter, wenn Handynetz und Internet ausfallen. Mit Kurbel oder Solar auch ohne Batterien.
- Sirenensignale kennen1 Minute auf- und abschwellender Heulton: Gefahr, informiere dich. 1 Minute Dauerton: Entwarnung.
- Rucksack je Person30 bis 50 Liter, je nach Kraft. Hände bleiben frei. An einem Platz, den alle kennen, jährlich durchsehen.
- Dokumentenmappe anlegenAlles Wichtige an einem Ort, wasserdicht oder feuerfest verpackt. Alle wissen, wo sie liegt.
- Sandsäcke, Bretter und SilikonDamit dichtest du Türen und Kellerfenster ab. Wertvolles rechtzeitig nach oben bringen.
- Heizöltank gegen Auftrieb sichernAn der Wand verankern oder beschweren. Auslaufendes Öl richtet großen Schaden an.
- Elementarschutz in der VersicherungPrüf, ob Hausrat- und Gebäudeversicherung auch Starkregen und Hochwasser abdecken.
- Ausweichquartier für ein paar TageBei Verwandten oder Freunden, nicht zu nah, damit es nicht auch betroffen ist.
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Häufige Fragen zu Sturmflut an Nord- und Ostsee
Was tun bei einer Sturmflut?
Hohes Wasser an Küste, Elbe, Weser und Ems: Warnungen kennen, rechtzeitig handeln. Die ersten Schritte zu Hause: 1. Schalte Radio und Warn-App ein. 2. Geh nicht in Keller und Tiefgarage. 3. Schalte gefährdete Räume ab. 4. Bring Wichtiges nach oben. Bei Gefahr für Leib und Leben: Notruf 112.
Wie bereitest du dich auf eine Sturmflut vor?
Die wichtigsten Schritte: 1. Eigenes Risiko klären. 2. Warn-App und Radio bereit. 3. Den Weg hinaus kennen. 4. Notgepäck griffbereit. Schau in die Hochwasserkarten deines Landes oder frag bei der Gemeinde, ob du im Überflutungsgebiet wohnst, arbeitest oder unterwegs bist. Hamburg verteilt für die gefährdeten Stadtteile Merkblätter mit Warn- und Evakuierungsgebieten.
Woran erkennst du eine Sturmflut?
Drückt starker Wind vom Meer das Wasser gegen die Küste, steigt es weit über das übliche Maß. An der Nordsee spricht das BSH ab 1,5 Metern über dem mittleren Hochwasser von Sturmflut, an der Ostsee ab 1 Meter über dem Mittelwasser. An der Nordsee und in Emden, Bremen und Hamburg zählt die Höhe über dem mittleren Hochwasser. Ab 3,5 Metern kann die Lage kritisch werden, dann ist besondere Wachsamkeit gefragt.
Was ist nach einer Sturmflut wichtig?
1. Erst zurück, wenn es sicher ist. 2. Abpumpen mit Bedacht. 3. Schäden fotografieren. 4. Elektrik und Öl prüfen lassen.
Stimmt es: „Hinter dem Deich kann mir nichts passieren“?
Deiche senken die Gefahr stark, absolut sicher sind sie nicht. Deshalb zählen Warnung und eigene Vorbereitung genauso, sagt das Land Schleswig-Holstein.
Stimmt es: „An der Ostsee gibt es keine gefährlichen Sturmfluten“?
Auch an der Ostsee steigt das Wasser bei Sturm deutlich, in Buchten und Förden meist höher als an der offenen Küste. Schon eine schwere Sturmflut kann ernste Folgen haben, Steilküsten können abbrechen.
Stimmt es: „Vom Deich oder Hafen aus kann man gut zuschauen“?
Am Wasser drohen Strömung, Treibgut und abbrechende Ufer. Wer zuschaut, bringt sich in Gefahr und im Notfall auch die Retter. Bleib weg von Ufer, Hafen und Deichvorland.
Stimmt es: „Die Vorhersage stimmt immer genau“?
Sturmfluten hängen am Wind. Dreht er, läuft das Wasser höher oder niedriger auf als vorhergesagt. Verfolge die Warnungen laufend und bereite dich vor, statt abzuwarten.
Passende Tipps
Quellen
Inhaltlich geprüft am 17.10.2026. Jede Zahl und jede Handlungsempfehlung stützt sich auf diese Quellen.
- Sturmfluten (Einteilung an Nord- und Ostsee), Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), abgerufen 17.10.2026
- Wasserstandsvorhersage an der Nordsee (Sturmflutwarndienst), Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), abgerufen 17.10.2026
- Wasserstandsvorhersage an der Ostsee (Warndienst Hochwasser), Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), abgerufen 17.10.2026
- Wasserstark.SH: Sturmflut, Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein (MEKUN), abgerufen 17.10.2026
- Sturmflut: wat geiht mi dat an? Wissenswertes und Hinweise zum Selbstschutz (Broschüre, 11/2022), Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein (MEKUN), abgerufen 17.10.2026
- Checkliste: Im Ernstfall (Wasserstark.SH, 2025), Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein (MEKUN), abgerufen 17.10.2026
- Checkliste: Nach dem Hochwasser (Wasserstark.SH, 2025), Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein (MEKUN), abgerufen 17.10.2026
- Checkliste: Persönliche Vorkehrungen (Wasserstark.SH, 2025), Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein (MEKUN), abgerufen 17.10.2026
- Sturmflut-Hinweise für die Bevölkerung in Wilhelmsburg (Merkblatt, Stand 09/2024), Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Inneres und Sport, abgerufen 17.10.2026
- Sturmflut-Hinweise für die Bevölkerung in der HafenCity und der Speicherstadt (Merkblatt, Stand 03/2026), Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Inneres und Sport, abgerufen 17.10.2026
- Frühzeitig gewarnt, gut vorbereitet: Der Sturmflutwarndienst des NLWKN (Faltblatt, Stand 02/2024), Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), abgerufen 17.10.2026
- Sturmflutvorsorge in der Pauliner Marsch und Im Suhrfelde (Faltblatt), Freie Hansestadt Bremen, Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau, abgerufen 17.10.2026
- Sturmflut: Hinweise für die Bevölkerung in der Elbniederung (Merkblatt), Landkreis Stade, Katastrophenschutz, abgerufen 17.10.2026
- Gefahrenhinweise: Küstenabbrüche und Rutschungen auf den Inseln Rügen und Hiddensee (Faltblatt, 03/2012), Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (LUNG), abgerufen 17.10.2026
- Vorsorgen für Krisen und Katastrophen (Ratgeber, 2. Auflage 11/2025), Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), abgerufen 16.10.2026
- Vorsorge und Handeln bei Hochwasser: Was tun bei Hochwasser?, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), abgerufen 17.10.2026
- Versicherungsschutz gegen Elementarschäden, Verbraucherzentrale Bundesverband / Verbraucherzentralen, abgerufen 16.10.2026
- Schutz vor Sturm-Fluten (Leichte Sprache), Freie und Hansestadt Hamburg (hamburg.de), abgerufen 17.10.2026